Angst vor Prüfung und richtiges Lernen (Teil 1)

Haben Sie auch schon Prüfungen in Ihrem Leben hinter sich gebracht? Und kennen Sie das? „Bis zur Prüfung wusste ich noch alles. Dann kam die Prüfung!“ Für viele Menschen ist eine Prüfungssituation ein Schreckgespenst. Wir wollen uns in einer kleinen Serie mit dem richtigen Umgang mit solchen Situationen beschäftigen. Wir werden ergründen, welche Dienste Ihnen dabei die Selbsthypnose leisten kann. Und als Bonus gibt es hin und wieder Tipps zum richtigen Lernen, zum richtigen Vorbereiten – Angst vor Prüfung und richtiges Lernen

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Angst vor Prüfung und richtiges Lernen

„Für die Prüfung muss ich alles lernen!“

Kennen Sie das?

Solche oder ähnliche aufmunternden Sprüche hauen sich Menschen unglaublich gerne um die Ohren, wenn Sie sich darauf vorbereiten endlich Ihr gesammeltes Wissen mitteilen zu dürfen.
Diese Sprüche sind destruktiv. Sie behindern uns beim Lernen. Bevor Sie so etwas zu sich sagen, sagen Sie lieber gar nichts. Denn in so einer Aussage wie oben sind gleich mehrere Sachen hinderlich. Und darüber hinaus ist sie falsch. Eine Aussage wie „Für die Prüfung muss ich alles lernen!“ ist schlichtweg gelogen. Schauen wir uns das mal etwas genauer an.

„Für die Prüfung…“

Wie, für die Prüfung?

Wenn überhaupt, dann bereiten Sie sich für die Zeit nach dem Studium, der Schule oder was auch immer vor. Ganz sicher bereiten Sie sich NICHT für diese 20 Minuten vor, die Sie mit drei anderen Menschen in einem Raum verbringen und denen Sie Ihr Wissen unterbreiten dürfen. Denn Sie lernen für die Zeit danach NICHT für die „Prüfung“. Und dann gleich weiter. „Prüfung“, was soll denn das sein? Da stehen den meisten Menschen schon die Haare zu Berge, wenn Sie das Wort nur hören. Für so etwas möchten Sie lernen? Oha! Vermeiden wollen die meisten Menschen das. Eine „Prüfung“ möchten die meisten Menschen vermeiden. Wenn ich das gar NICHT möchte, weshalb sollte ich dann dafür lernen? Motivation geht anders.

Lassen Sie das mit „Prüfung“!

…und lassen Sie das mit „Angst vor Prüfung“!

Sie möchten endlich mal mit jemandem über Ihr Wissen reden. Nachdem Sie sich vorbereitet haben, möchten Sie endlich mal jemandem unterbreiten, womit Sie sich die letzten drei Jahre Ihres Lebens beschäftigt haben. Schließlich hört Ihnen mal jemand zu. Die Menschen, die Ihnen da gegenüber sitzen können da nicht weg. Diese Menschen haben da sitzen zu bleiben und es ist ihre Aufgabe sich anzuhören, was Sie zu sagen zu haben. Sie haben Zuhörer. Endlich![/su_column]

Möglicherweise ist das, bezogen auf das Gelernte, zum ersten Mal der Fall. Und entgegen der landläufigen Meinung (ich bin selbst als „Prüfer“ bei der IHK tätig.) interessiert die meisten „Prüfer“ auch was Sie zu sagen haben. Tun Sie es! Erzählen Sie diesen Menschen (es sind tatsächlich Menschen) was Sie wissen.

Die wollen Ihnen zuhören.

„…muss ich…“

Sie erinnern sich. Unsere Aussage von oben.

„…MUSS ich…“

Wie ich muss?

Was muss ich?

Nix, gar nix, muss ich! Ich kann, wenn ich Lust dazu habe. Außer sterben muss ein Mensch GAR NIX! Sogar das Atmen können Sie lassen, wenn Sie keine Lust dazu haben. Fragen Sie mal einen Apnoe-Taucher. Der wird Ihnen da was erzählen. Sie würden staunen. Wenn ich DAS lassen kann, dann kann ich auch das Lernen lassen. Ich kann. Ich könnte!

Allerdings möchte ich etwas Anderes! Die Aussage „Ich möchte„, ist etwas Anderes. „Ich möchte“ ist eine Entscheidung. Das ist ein bewusster Prozess. Ich habe mich damit beschäftigt und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich lernen möchte. Das findet unser Hirn gut. Darauf steht es richtig. Auf Entscheidungen fährt es förmlich ab. Es macht nämlich den ganzen lieben langen Tag fast nichts Anderes. Es trifft Entscheidungen. Tun Sie sich etwas Gutes. Tun Sie es!

Treffen Sie Entscheidungen!

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„…lernen!“

…wieder unsere Aussage vom Anfang dieses Artikels.

Wie, lernen? Jetzt?

QUATSCH!

Sie haben die letzten drei Jahre gelernt. Vielleicht hat Ihre Lernphase auch nur zwei Wochen gedauert, vielleicht fünf Monate. Wie dem auch sei. Sie haben während Ihrer Ausbildung gelernt. Gleichgültig ob Sie studiert haben, in der Fahrschule waren oder eine Berufsausbildung gemacht haben, Sie haben währenddessen gelernt. „Berufsausbildung“. Da steckt es schon drin. Das Wort Ausbildung sagt es. Es sagt aus, dass Sie eine Ausbildung durchlaufen haben. Und Sie haben währenddessen gelernt. Sie können es wiederholen, wenn Sie möchten. „Wiederholen“. So sieht es aus. Sie wiederholen, was Sie schon gelernt haben.

Sie können es. Und Sie wissen es. Sie wiederholen es. Dann erledigt sich die Angst vor Prüfung.

Und jetzt kommt der Knaller!

„…alles…“

…die Aussage…

Wie, ALLES?

Was ist denn das jetzt wieder für ein hanebüchener Unsinn?

Alles! Was soll das denn sein?

Alles gibt es in unserem Universum NICHT. Das Ding ist UNENDLICH und dehnt sich aus. Sauber! Erklären Sie mit diesem Hintergrund mal die Bedeutung von „alles“!

Eben!

Sie können unmöglich alles lernen, weil es das nicht gibt. Prima. Unser Hirn kann mit einer Mengenbeschreibung wie „alles“ grad mal überhaupt nichts anfangen. Diese Menge ist unüberschaubar, sie ist unmöglich zu bewältigen. Die Folge ist Stress. Und Stress ist ein wunderbarer Zustand, wenn Sie Lernen und Entwicklung verhindern wollen. Setzen Sie sich möglichst viel unter Stress und Sie werden Ihre Entwicklung sabotieren. Stress ist DIE Lernbremse schlechthin.

Machen Sie es anders!

Verschaffen Sie sich einen Überblick

Prüfungsangst und richtiges Lernen

Suchen Sie Ihre Bücher, Ihre Unterlagen und Ihre Notizzettel zusammen. Legen Sie Ihren Fundus auf einen Tisch, auf den Boden oder von mir aus auf Ihr Bett. Nur legen Sie ihn irgendwohin, wo Sie ihn betrachten können. Dann schauen Sie sich die Unterlagen an, die Bücher, die Zettel und zählen Sie sie. Zählen Sie! Dadurch machen Sie den Stoff greifbar, erfassbar. Unser Hirn steht auf Zahlen und Mengenangaben. Damit kann es umgehen. Mit „alles“ ist es überfordert und versucht infolgedessen zu entkommen. Mit zehn oder fünfzehn Bücher kann es allerdings etwas anfangen. Das ist möglicherweise viel. Auf jeden Fall ist es überschaubar. Zudem zeigt es Ihnen, was Sie die letzte Zeit gemacht haben. Es führt Ihnen vor Augen womit Sie sich die Zeit vorher beschäftigt haben.

Schauen Sie es sich an! Genießen Sie es!

Ersparen Sie sich solche überflüssigen Aussagen vom Anfang. Ändern Sie vielmehr Ihre Sicht auf die Dinge. Aus diesem Grund richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das, was Sie schon geleistet haben, was Sie gerade leisten und wohin Sie sich noch entwickeln können, wenn Sie… MÖCHTEN!

Möchten Sie?

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Wikipedia: Lernen

Ein Gedanke zu „Angst vor Prüfung und richtiges Lernen (Teil 1)

  • Juni 30, 2017 um 6:45 pm
    Permalink

    So hätte mir meine Meisterprüfung um einiges mehr Spaß gemacht! Stattdessen pausenloses auswendig lernen und die totale Angst vor den gemeinen Prüfern!

    Das Schlimmste war dann noch das gemeinsame Lernen mit meinen Mitschülern. Da ging es garnicht um den Stoff, da ging es nur darum wie schwierig „Alles“ ist, wie gemein die Prüfer und überhaupt alles unfair ist.

    Wenn ich jetzt daran zurückdenke, merke ich erst, wieviel ich heute noch davon auf meiner Arbeit umsetze. Ich habe nie für die Prüfung gelernt, sondern immer für mein Leben.
    Bewusst wurde mir das eben beim Lesen dieses Texts.

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