Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion

Die Zwei-Faktoren-Theorie der Emotion wird auf Stanley Schachter (amerikanischer Sozialpsychologe, 1964) zurückgeführt.

Nach Schachter setzt sich eine Emotion aus zwei Teilen zusammen. Um eine Emotion zu erzeugen wird eine körperliche Erregung (1) mit einer Erfahrung (2) in Zusammenhang gebracht. Wir bemerken also zunächst den körperlichen Zustand (Schwitzen, beschleunigter Puls, Zittern) und versuchen dann die Ursache dafür zu finden. Möglicherweise fand vorher eine Achterbahnfahrt statt oder die Versuchsperson ist dem Partner seiner Träume begegnet und hat sich verliebt. In beiden Fällen ist die physiologische Reaktion dieselbe. Die Emotion wird erst zugeordnet, wenn der Grund dafür ausgemacht ist.

Dutton und Aron haben 1974 eine weiterführende Studie betrieben. Sie haben eine junge Mitarbeiterin, die zufällig auch noch attraktiv war, an einer Hängebrücke postiert. Diese Hängebrücke führte über eine tiefe Schlucht und versetzte die überquerenden Menschen teilweise in sehr große Aufregung.

Die Frau sprach zufällig ausgewählt Männer an, die die Brücke überquert hatten und gab ihnen unter einem Vorwand ihre Telefonnummer. Tatsächlich führte die Frau ein kurzes Interview zu einem aktuellen Thema durch. Bei einigen wartete sie, bis sich die Männer auf einer Bank beruhigt hatten (Gruppe 1), die anderen sprach sie direkt nach der Überquerung an (Gruppe 2).

Ein Drittel der ersten Gruppe rief später bei der Frau an. Bei der zweiten Gruppe allerdings waren es zwei Drittel. Die Männer der zweiten Gruppe hatten die Erregung durch die Hängebrücke irrtümlich der Frau zugesprochen. Sie glaubten schlicht sich verliebt zu haben.

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