Haben Sie ein Brett vorm Kopf?

Wie funktioniert Hypnose? Dass sie funktioniert ist heutzutage zig-fach wissenschaftlich belegt. Sie unterstützt bei mentalen Prozessen. Sie wird bei Operationen als Alternative zur Narkose eingesetzt. Sogar die Wirkung auf Heilungsprozesse ist durch Studien nachgewiesen. All diese Tatsachen sind nachgewiesen und wissenschaftlich belegt. Die Wissenschaft ist mittlerweile eher daran interessiert herauszufinden, wo die Hypnose in unserem Hirn wirkt.

Um dieses Thema ging es einem Forschungsteam der Universität Jena. Die Wissenschaftler wollten herausfinden, auf welche Art Hypnose in unserem Hirn wirkt.

Haben Sie ein Brett vorm Kopf?

Die Versuchsleiter haben die Probanden zunächst auf Ihre Suggestibilität getestet. Daraufhin sind sie in drei Gruppen verteilt worden. Die erste Gruppe enthielt Probanden die sehr stark auf hypnotische SuggestionenSuggestion leitet sich ab vom lateinischen Substantiv suggestio (Hinzufügung) und dem Verb suggerĕre (z... More ansprachen. Die zweite Gruppe enthielt die Teilnehmer, die eher mittelmäßig suggestibel waren. Und die dritte Gruppe schließlich für die Teilnehmer, die sehr schwach auf Suggestionen ansprachen.

Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf – es kommt nur auf die Entfernung an.
Marie von Ebner-Eschenbach

Anschließend wurden die Gruppen nun aufgefordert auf einem Bildschirm, der verschiedene Symbole zeigte, Quadrate zu identifizieren. Diese Quadrate tauchten selten auf und die Probanden sollten sie zählen. Diese Versuchsanordnung erfordert von den Teilnehmern eine hohe Konzentration.

Sie haben ein Brett vorm Kopf!

Nein, nicht Sie, lieber Leser!

Mit diese Suggestion arbeiteten die Studienleiter. Sie suggerierten den Probanden: „Sie haben ein Brett vorm Kopf!“ Sie forderten die Teilnehmer auf sich ein Brett vorzustellen das die Sicht verdeckt. So vorbereitet gingen die Teilnehmer wieder ans Werk und zählten erneut Quadrate.

Bei der nachfolgenden Auswertung stellte sich heraus, dass in allen drei Gruppen deutlich weniger Quadrate identifiziert wurden. Selbst die Gruppe mit den schwach suggestiblen Personen zählte signifikant weniger Quadrate. Die Trefferquote sank um 10% von vorher 90% auf 80%. Die stark suggestiblen Teilnehmer fanden sogar 50% weniger Quadrate auf dem Bildschirm.

Während des gesamten Versuchs wurden die Hirnströme der Teilnehmer überwacht. Dabei zeigt sich, dass die Wahrnehmung an sich gar nicht beeinträchtigt wird. Die Probanden haben also die Quadrate nach wie vor wahrgenommen. Die Hypnose wirkte erst danach. Durch die hypnotische Trance und die damit verbundenen Suggestionen wird die Weiterverarbeitung des Wahrgenommenen beeinflusst.

Das ist eine hervorragende Methode, um an mentalen Prozessen zu arbeiten!

(Quelle: Scientific Reports, „Die Macht des Geistes: Blockierung der visuellen Wahrnehmung durch Hypnose“, B. Schmidt ,H. Hecht ,E. Naumann &WHR Miltner, 07. Juli 2017)

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