„Meine Tochter verliert ihr Auge“ – Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe zur Selbsthilfe – Im Grunde genommen trifft diese Aussage das Motto von die-selbsthypnose.de. Und darüber hinaus ist es da Motto meiner Tätigkeit als Coach. Ich unterstütze dabei meine Klienten sich selbst zu helfen. Und während all den Jahren habe ich immer wieder außergewöhnliche Momente erlebt. Von einem der emotionalsten möchte ich Ihnen hier erzählen – Hilfe zur Selbsthilfe. Lesezeit: 2 1/2 Minuten
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Schmerz empfinden – Ein Segen

Haben Sie schon einmal Schmerzen gehabt? Ja!? Dann sollten sie sich glücklich schätzen. Denn die Fähigkeit Schmerzen zu empfinden ist überlebenswichtig.

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Wenn Sie einen Schmerz spüren, kann Ihr Gehirn sofort Gegenmaßnahmen ergreifen. Dadurch kann es größeren Schaden von Ihrem Körper abwenden.

Wenn Sie also auf die heiße Herdplatte fassen, wird ein Schmerzsignal von den Rezeptoren in der Hand übermittelt. Jetzt ziehen Sie die Hand blitzartig weg. Damit haben Sie Ihre Hand gerettet.

Machen wir doch ein Gedankenexperiment. Wir machen ein Experiment zur Hilfe zur Selbsthilfe. Achtung, es geht los… nur in Gedanken.

„Sie haben sich gerade eine Tasse Kaffee gemacht. Der riecht fantastisch. Und den ersten Schluck nehmen Sie schon direkt im Stehen. Sie lehnen sich an der Spüle in der Küche an. Dazu stützen Sie sich vielleicht mit Ihrer Hand auf der Küchenzeile ab. Der Duft des Kaffees strömt Ihnen in die Nase. Allerdings wird dieser Geruch ergänzt durch einen eher unangenehmen Geruch. Daraufhin analysiert Ihr Gehirn diesen Geruch. Es riecht verbrannt. Genauer gesagt riecht es nach verbranntem Fleisch. Sie schauen nach, um die Quelle zu entdecken. Als Sie nach unten zu Ihrer Hand schauen, haben Sie den Grund für den verbrannten Geruch. Ihre Hand liegt auf der heißen Herdplatte und verbrennt.“

Können Sie sich dieses Szenario vorstellen? Vermutlich fällt es Ihnen schwer. Denn auf diese Weise im Alltag zu überleben, wird sehr schwierig.

Hilfe zur Selbsthilfe bei einem außergewöhnlichen Menschen

Nach unserem Gedankenexperiment ist ein geeigneter Zeitpunkt unsere Hauptdarstellerin für diesen Artikel kennenzulernen. Nennen wir sie Lina (Name geändert). Lina ist sieben Jahre alt. Und das alleine ist schon herausragend. Denn für Lina ist die beschriebene Szene keine Fantasie.

Sie spürt keine Schmerzen. Die entsprechenden Signale werden nicht an das Gehirn übermittelt. Deshalb muss Lina mit Vernunft auf solche Situationen reagieren. Das dauert allerdings länger. Aus diesem Grund empfinden wir ja Schmerz, damit wir reflexartig reagieren können.

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Unsere kleine Klientin muss über die Vernunft lernen, welche Situationen als Gefahr zu deuten sind. Denn ein Schnitt in die Hand verursacht eben keine Schmerzen. Es blutet halt nur. Lina hat gelernt das zu deuten. Und sie kommt damit prima durchs Leben, was bemerkenswert ist. Besser gesagt, ist es ein Meisterwerk. Die Kleine ist phänomenal. Sie hat gelernt, dass sie viele Möglichkeiten hat sich selbst zu helfen.

Keine Idee zur Selbsthilfe

Bei diesen Lernprozessen kann natürlich auch immer mal was schiefgehen. Wenn Lina für einige Sachen die Erfahrung fehlt, kann es eben auch zu Verletzungen kommen.

Und so hat sie sich durch reiben in den Augen einige Male die Hornhaut verletzt. Das zog Operationen nach sich. Mit Operationen hat Lina also reichlich Erfahrung.

Und sie hat jede Menge Menschen, die sich rührend und fachmännisch um sie kümmern. Diese Menschen unterstützen sie dabei sich selbst zu helfen. Die Mutter beispielsweise muss noch aufmerksamer sein, als man das als Mutter ohnehin schon ist. Auch die Ärzte, die Lina unterstützen stehen vor ganz anderen Herausforderungen als bei anderen Patienten. Und die Zusammenarbeit klappt prima.

Allerdings nahmen die Verletzungen am Auge zu. Und nach einer Operation fehlte im Auge der Druck. Das ist schlecht. Und es kann bedeuten, dass der Patient dann das Auge verliert. Bei Lina war es kurz davor.

Unterstützung bei der Selbsthilfe

Da es nun bei unserer kleinen Hauptdarstellerin kurz davor war, dass Auge zu verlieren, hat sich die Mutter zusätzlich an Gero Mayer gewandt. Herr Mayer ist der Optiker der Kleinen und hat aufgrund seiner immensen Erfahrung mit Sklerallinsen schon einmal sehr gut helfen können.

Skleralschalen
Schon Leonardo Da Vinci war es leid 1508 Brille zu tragen und hat per handgeblasenem Glas versucht ohne Brille zu sehen – Die Skleralschale war erfunden

GeschichteDer Selbstversuch ist damals gescheitert, hat aber nachhaltig Wirkung gezeigt.
Die Besonderheit der Skleralschale liegt darin, dass sie die empfindliche Oberfläche der Hornhaut nicht berührt. Sie kommt auf dem weißen des Auges, der Sklera, zum Liegen und überbrück somit die Hornhaut komplett. Das wird durch eine Größe der Schale von über 16mm und einer Tiefe von bis zu 6mm erreicht. Die Skleralschale wird mit nicht-konserviertem Kochsalz gefüllt, und in speziellen Fällen sogar mit Eigenblutserum. Sie ist ein anerkanntes Mittel, wenn sonst keine Kontaktlinsen mehr in Frage kommen und ein Hornhauttransplantat im Raum steht.

Herr Mayer hat dann noch Dr. Nadine Pister (Assistenzärztin und Hypnose-Coach) und mich ins Boot geholt. Zu dritt haben wir dann Lina und ihre Mutter besucht.

Im Vorfeld habe ich mit Herrn Mayer ein Gespräch geführt. Dabei hat er mir geschildert, was die Mutter ihm berichtet hat. Und in diesem Gespräch fiel mir ein Satz auf, den die Kleine offenbar zu ihrer Mutter gesagt hatte.

„Ich habe keinen Kontakt mehr zu meinem Auge.“

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Bei solchen Aussagen werde ich als Coach und Mentaltrainer hellhörig, umso mehr, wenn sie von einer Siebenjährigen kommen. Wenn Lina so etwas sagt, dann hat sie offenbar schon versucht sich zu helfen und hat keine Idee dazu. Sie wollte wohl mit ihrem Auge zusammenarbeiten und hat es nicht erreicht.

Die Konstruktion der Selbsthilfe

Es ging also jetzt darum Ideen für die Kontaktaufnahme zu entwickeln. Und an dieser Stelle hilft die aufmerksame Beobachtung schon während dem Vorgespräch. Denn hier kümmerte sich die Kleine um die Antworten auf meine Fragen. Sie war mit antworten beschäftigt. Dadurch ist ihr restliches Verhalten sehr natürlich und entspricht dem Verhalten im Alltag. Oft versuchen Klienten nämlich Ihr Verhalten während einem Vorgespräch zu kontrollieren.

Beim Gespräch fiel mir auf, dass die Kleine immer wieder leicht hustete. Und interessanterweise genau dann, wenn wir das Auge direkt angesprochen haben. Das war ihre unbewusste Selbsthilfe.

Um zu verstehen, was dahinter steckt, können Sie ja jetzt einmal husten. Achten Sie dabei auf Ihre Augen. Möglicherweise stellen Sie fest, dass sich der Druck in Ihren Augen spürbar erhöht. Sie spüren Ihre Augen.

Exakt darum ging es bei Lina. Offenbar hatte sie sich unterbewusst eine Strategie entwickelt, um den Druck im Auge spüren zu können. Sie hatte sich selbst geholfen. Der Husten war jetzt für uns eine Möglichkeit mit dem Auge weiter zu arbeiten.

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Die Umkehr der Strategie

Solche unterbewussten Strategien lassen sich fantastisch für die Selbsthilfe nutzen. Wir können diese Verhaltensweisen als Anker nutzen. Oder anders gesagt, wir benutzen sie umgekehrt.

Die Kleine hat über den Husten leichten Druck im Auge erzeugt. Sie hat damit, ohne dass es ihr bewusst war, Kontakt zum Auge hergestellt. Es existierte also eine Verbindung zwischen Husten und Auge. Das lässt sich nutzen.

Wichtig ist dabei, dass auch das Nutzen dieser unbewussten Strategie im Unbewussten abläuft. Dazu habe ich zunächst mit ihr etwas intensiver über das Auge gesprochen. Dadurch nahm der Husten zu. Anschließend haben wir intensiver über den Husten gesprochen. Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass in unserem assoziativ arbeitenden Hirn die Verbindung zum Auge hergestellt wird.

Und der Ausdruck Wahrscheinlichkeit ist hier von mir ganz bewusst gewählt. Hier geht es nämlich nicht um Zaubertricks, sondern um Möglichkeiten. Durch das Vorgehen im Gespräch haben wir also die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Lina wieder einen Kontakt zu ihrem Auge findet und es spürt. Sie hat während diesem Gespräch erstmalig gespürt, was dieser Husten bewirkt. Genauer gesagt, hat sie zum ersten Mal erlebt, dass der Husten überhaupt etwas damit zu tun hat.

Die Wirkung dieser Gesprächsform hat Lina direkt gespürt. Sie ist schon beim Gespräch in eine leichte Trance gelangt. Als ich ihr anbot mit Frau Dr. Pister eine kleine hypnotische Reise zu unternehmen, fand sie die Idee prima und stand von ihrem Stuhl auf. Beim Laufe sagte sie zu Ihrer Mutter:“ Ich gehe, wie auf Wolken!“

Sie hat sich selbst in eine leichte Trance gebracht. Und Nadine Pister hat sie anschließen dabei unterstützt, diese Trance zu nutzen. Lina hat sich eine tolle Chance für Ihre Selbsthilfe geschaffen.

Sie beeinflusst sich selbst!

 

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