Muskelzucken in der Selbsthypnose nutzen

Ideomotorische Signale in der Selbsthypnose nutzen, wie geht das? Im letzten Beitrag zum Thema Ideomotorik haben wir zunächst einmal geklärt, was das überhaupt ist. Wir haben gesehen, woher die Muskelzuckungen kommen und das sie im Alltag schon einen Nutzen haben. Im nächsten Schritt geht es uns darum diese automatischen Bewegungen in der Selbsthypnose zu nutzen. Welche Möglichkeiten bieten ideomotorische Bewegungen im hypnotische Zustand? Lesezeit: 4 1/2 Minuten
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Ideomotorische Signale in der Selbsthypnose nutzen

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Im ersten Teil zu dem Phänomen der automatischen Bewegungen ging es zunächst darum, was das überhaupt ist. Wir haben geklärt, was „ideomotorisch“ bedeutet und was es bewirkt oder besser gesagt, was es auslöst. In diesem Artikel beschäftigen wir uns damit, wie Du idemotorische Signale in Deiner Selbsthypnose nutzen kannst.

Machen wir doch zunächst ein kleines Experiment. Und wie immer auf die-selbsthypnose.de machen wir das spielerisch. Hierbei gibt es kein richtig und kein falsch. es kommt viel mehr darauf an zu beobachten und zu erfahren, wie Du selbst darauf reagierst. Es ist also völlig worschd (meenzerisch für Wurst. Anmerkung des Redakteurs) was passiert und es ist sogar egal ob überhaupt etwas passiert. Es ist ein Experiment zur Selbstbeobachtung, nicht mehr und nicht weniger. Eine Transformation zu einem überirdischen Wesen haben wir also nicht zu erwarten.

Und nun zu unserem kleinen Versuch. Wenn Du möchtest, kannst Du ihn direkt jetzt durchführen. Wir brauchen dafür keine große Vorbereitung. Was helfen würde ist eine Auflagefläche und Du hast vermutlich eine beide Dir, nämlich Deinen Oberschenkel.

Automatische Bewegung im Selbstversuch

Zunächst legst Du jetzt Deine aktive Hand (Rechtshänder nehmen die rechte-, Linkshänder die linke Hand 😉 ) mit der Handfläche nach oben ab. Du kannst die Hand auf den Tisch oder auf Deinen Oberschenkel legen, das spielt keine Rolle.

Muskelzucken zur Selbsthypnose nutzen

Wichtig ist dabei nur, dass die Hand locker und entspannt aufliegt. Wenn die Finger ausgestreckt sind, ist die Hand alles andere als entspannt. Lass also los. Wenn Deine Finger jetzt gebeugt sind und die Fingerkuppen locker zu Dir zeigen, ist die Hand entspannt.

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Deine Hand liegt jetzt also entspannt und locker auf dem Handrücken. Perfekt. Jetzt schau Dir Deine Handfläche an. Beobachte Deine Handfläche und sage Dir dabei immer wieder, dass die Hand locker ist. Jetzt lass Dich von Deinem Gefühl leiten und suche Dir einen Finger aus. Anschließend schaust Du Dir diesen Finger an. An der Hand spielt jetzt nur noch dieser Finger eine Rolle für Dich. Das ist die Hauptperson in Deinem Experiment.

Auch wenn Du jetzt nur noch diesen Finger im Blick hast, sagst Du Dir immer wieder, dass Deine Hand locker und entspannt ist. Möglicherweise fühlst Du diesen Finger nach und nach immer intensiver. Früher oder später fühlt er sich anders an als die anderen Finger. Sage Dir dabei andauernd, dass Deine Hand locker und entspannt ist. Mache beides. Achte intensiv auf Deinen Finger und sprich über die Hand.

Tu‘ das zwei oder drei Minuten und beobachte dabei diesen Finger. Und? Hast Du es gemerkt? Vermutlich hattest Du irgendwann das Gefühl der Finger „müsste“ sich bewegen. Es ist egal ob er es tatsächlich getan hat. Hier zählt die Empfindung.

Das Experiment für Deine Selbsthypnose nutzen

Bei den meisten meiner Klienten, zuckt der Finger irgendwann ganz leicht. Und dieses Zucken wird nicht bewusst ausgelöst. Natürlich ist es der Klient selbst, immerhin ist es ja sein Finger. Was uns dabei interessiert ist, dass wir hier eine angenehme Möglichkeit haben an unserem Bewusstsein vorbei zu kommen.

Wie nutzen wir diese Möglichkeit nun in der Selbsthypnose?

Du kannst ideomotorische Signale (das Zucken des Fingers) benutzen, um in der Selbsthypnose Deinen Weg zu finden. Dafür brauchst Du lediglich das Zucken mit einer Aussage zu verknüpfen. Beispielsweise kannst Du das obige Experiment mehrfach durchführen und einen Finger für ein „Ja“ finden. Anschließend machst Du das Spielchen erneut und lässt Dein Unterbewusstsein einen Finger für ein „Nein“ finden.

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Achte dabei auf Dein Gefühl. Während Du Dir suggerierst, dass die Hand locker und frei ist, stellst Du Dir eine Frage. Du kannst Dich beispielsweise fragen: „Welcher Finger bewegt sich, wenn ich an Ja denke?“ Daraufhin denkst Du an Ja und führst das Experiment weiter. Achte dann darauf, welcher Finger sich so anfühlt als würde er sich gleich bewegen. Und möglicherweise bewegt er sich auch und zuckt leicht. Im nächsten Schritt machst Du dasselbe für ein Nein.

Ideomotorische Signale und Deine Fragen

Wenn Du eine Ja- und einen Nein-Finger gefunden hast, hast Du diese für Antworten während Deiner Selbsthypnose nutzen. Immer wenn Du Dir in Deinem hypnotischen Zustand eine Frage stellst, kannst Du anschließend das kleine Experiment von oben verwenden, um eine Antwort zu bekommen. Dabei ist wichtig, dass Du Dein Bewusstsein beschäftigst. Dafür dienen Dir die Suggestionen zu Deiner Hand. Damit hältst Du Dein Bewusstsein bei der Hand und Dein Unterbewusstsein kümmert sich um den Finger.

Vermutlich bist Du schon selbst drauf gekommen… Es ist von Vorteil, wenn sich die Frage mit Ja oder Nein beantworten lässt. Zudem ist es sinnvoll, dieses Vorgehen höchstens zwei- oder dreimal während einer Sitzung zu nutzen. Es kann am Anfang Deiner Selbsthypnose-Karriere leicht passieren, dass das Zucken bewusst gesteuert wird. Das ist völlig normal und gehört dazu. Mit zunehmender Übung lässt das nach. Und dann kannst Du diese Methode auch so oft in Deiner Selbsthypnose nutzen, wie es Dir gut tut.

Ein Tipp für Deine Selbsthypnose

Einen Tipp gibt es dazu noch. Es kann gut sein, die Augen dabei zu öffnen und die Hand tatsächlich anzuschauen. Das ist in einer hypnotischen Trance sehr gut möglich (auch als Anfänger). Beim nutzen der ideomotorischen Signale kann es nämlich zu einem Nebeneffekt kommen. Bei mir ist dieses Zucken beispielsweise so eng mit meiner Trance verbunden, dass ich regelmäßig in eine sehr tiefe Trance absinke, wenn ich Ideomotorik in der Selbsthypnose nutze.

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Wenn Du also auch bewusst erfahren möchtest, welcher Finger gezuckt hat, hilft es, wenn die Augen offen sind. Bei meinen Sitzungen ist mir das gleichgültig. Mein Unterbewusstsein weiß ja, welchen Finger es bewegt hat und welche Antwort es damit gegeben hat. Die gewünschte Wirkung habe ich. Nur kann ich eben nicht bewusst daran erinnern. Falls Du auch bewusst mitbekommen möchtest, wie Dein Unbewusstes geantwortet hat, öffne die Augen.

Muskelzucken in der Selbsthypnose nutzen

Wir haben gesehen, dass sich unbewusste Bewegungen sehr gut während Deiner Selbsthypnose nutzen lassen. Du kannst damit feststellen, welchen Weg Du gehen möchtest. Denn manchmal steht uns der Verstand auch im Weg statt zu helfen. Mit ideomotorischen Signalen hast Du eine Möglichkeit, Dein Bewusstsein zu umgehen.

Wie immer gebe ich auch hier die Anregung, damit zu experimentieren. Spiele damit und probiere aus. Selbsthypnose ist kein Dogma.

Entdecke Deine Möglichkeiten.

 

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