Was haben negative Gedanken mit Sokrates zu tun?

Negative Gedanken können einen starken Einfluss auf die Lebensqualität haben. Manchmal kann dieser Einfluss sogar verheerende Folgen haben, wenn sich eine Krankheit daraus entwickelt. Wie können wir mit negativen Gedanken umgehen? Erfreulicherweise ist es möglich dieses Gedankenkarussell aufzuhalten. Nur, was hat das mit dem Sokrates zu tun? Was haben negative Gedanken mit Philosophie zu tun? Lesezeit: 4 1/2 Minuten
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Woher kommen negative Gedanken?

Wie der Teufelskreis der Grübelei in Gang kommt, damit haben wir uns auf die-selbsthypnose.de schon mehrfach beschäftigt. Dabei haben wir festgestellt, dass die Funktionsweise unseres Gehirns die kreisenden Gedanken begünstigt.

Das Assoziative-Denken sorgt dafür, dass die Gedanken immer mehr und mehr um das Problem kreisen. Und wenn dieses Hochschaukeln einmal in Fahrt kommt, fällt es vielen Menschen schwer es zu stoppen.

Sie versuchen dann auf verschiedenen Wegen, aus ihren negativen Gedankenmustern auszubrechen. Beispielsweise wollen sie sich von den Gedanken an das Problem ablenken. Oder, noch schlimmer, Sie versuchen mit chemischen Substanzen dagegen vorzugehen. Allerdings ist Beides wenig erfolgversprechend.

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Die Verdrängung oder das Unterbinden von negativen Gedanken, bewirkt gerade das Gegenteil. Es führt dazu, dass die Gedanken noch stärker um das Problem kreisen. Darüber haben wir schon in dem Artikel über unsere „assoziativen Gedanken“ gesprochen.

Was kann man für positive Gedanken tun?

An dieser Stelle kommt unser Philosoph ins Spiel. Denn schon Sokrates beschäftigte sich im alten Griechenland mit unseren Gedanken. Er machte daraus vermutlich die erste Wissenschaft des Glücks.

Ihm ging es darum, seinen Mitmenschen Werkzeuge an die Hand zu geben, die Ihnen im Alltag zu mehr und mehr glücklichen Gefühlen verhalfen. Während er durch Athen lief, vermittelte er ihnen eine Fragetechnik, die es ermöglicht die Gedanken zu kontrollieren.

Dabei baute er die Frage als Werkzeug. In seiner Didaktik spielte die Fragetechnik die wesentliche Rolle. Während er seinem Gesprächspartner Fragen stellte, kam dieser selbst auf die zündende Idee zur Problemlösung. Daraus entstand ein eigener Stil der Rhetorik.

Allerdings lässt sich dieses Vorgehen auch durchaus auf die eigenen Gedanken anwenden. Denn Fragen kann sich jeder leicht selbst stellen. Im Grunde genommen machen wir beim Grübeln ja das selbe. Nur leider läuft es da in eine unerwünschte Richtung.

Sokrates und das Glück
Sokrates lebte sein ganzes Leben in Athen, Griechenland (469-399 v. Chr.). Während dieser Zeit flehte er seine Mitbürger fortwährend an, über sich selbst, die Wahrheit und Gerechtigkeit nachzudenken. Dabei war es ihm auch wichtig das Glück zu fördern

GeschichteSokrates hatte die Überzeugung, dass Glück durch Anstrengung erreichbar ist. Daher beschäftigte er sich den lieben langen Tag damit, seine Gedanken zu steuern und sein Wissen zu vergrößern. Denn er war ja zudem der Überzeugung, dass er nur eine Sache sicher wusste.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß!“

Um seinen, teilweise genervten, Mitbürgern den Weg zum Glück zu ebnen, benutzte er Fragen. Wenn jemand Rat suchend zu ihm kam, stellte er ihm Fragen. Damit drehte er den Prozess um. Er regte den Schüler damit zum Denken an. Und darüberhinaus hatte dieser anschließend das Gefühl selbst auf die Lösung gekommen zu sein.

So wirklich begeistert waren allerdings nicht alle Athener. Immerhin wurde Sokrates zum Tode verurteilt. Er musste einen Becher mit Gift trinken. Was er überraschenderweise nach dem Urteil auch bereitwillig tat. Damit nervte er seine Gegner ein weiteres Mal. Diese hatten wohl mit heftiger Gegenwehr gerechnet.

Aus der Art und Weise mit der Sokrates lehrte erwuchs ein eigener Zweig der Redekunst, die Mäeutik.

Sokratisches Fragen und negative Gedanken

Diese sokratische Methode lässt sich effektiv anwenden, um positiv mit Grübelei umzugehen. In einer Studie der Ohio-State-University aus dem Jahr 2015 haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass diese Technik äußerst effektiv ist.

Die Forscher (Justin D. Braun Daniel R. Strunk Katherine E. Sasso Andrew A. Cooper) haben in ihrer Studie gezeigt, dass sich sogar bei Menschen mit Depressionen die Symptome bessern, wenn sie mit der genannten Fragetechnik arbeiten.

Und eine Depression ist eine schwerwiegende Erkrankung. Beim Grübeln handelt es sich um ein alltägliches Phänomen. Negative Gedanken sind alles andere als schön. Allerdings sind sie noch weit von einer Depression entfernt.

Und wenn die Methode von Sokrates sogar bei dieser ernsten Erkrankung hilft, hilft sie bei negativem Gedankenkarussell aber schon lange.

Für die genannte Studie haben die Leiter über 50 Erwachsene mit Depressionen während der Therapie beobachtet. Sie zeichnete 16 Wochen die Sitzungen auf. Anschließend wurden die Aufnahmen analysiert. Es zeigte sich, dass Patienten bei denen der Therapeut mit sokratischen Fragen arbeitete, die Symptome der Patienten zurück gingen.

Anwendung auf negative Gedanken und Grübelei

Wenn Sie diese Methode nutzen möchten, um die Grübelei zu stoppen und den Teufelskreis zu durchbrechen, gehen Sie in drei einfachen Schritten vor. Dadurch beruhigen Sie Ihre Gedanken immer mehr. Und in der Folge bringen Sie ihr Gehirn völlig natürlich auf andere Gedanken. Diese wiederum sorgen möglicherweise dann auch noch für eine effektive Problemlösung.

Damit haben Sie zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Erstens endet die Grübelei auf natürliche Weise. Und zweitens bekommen Sie eine Lösung für das zugrunde liegende Problem frei Haus geliefert.

Worauf warten wir? Los geht’s!

Zunächst schauen Sie sich den Grund für die negative Gedankenspirale an. Verdrängung bringt Verstärkung. Deshalb heißt die Devise: hinschauen. Dabei achten Sie darauf, nur den Ist-Zustand zu nennen. Schauen Sie hin und filtern Sie die grundlegenden Aussagen heraus.

Aus „Ich werde nie wieder gesund“ wird so möglicherweise ein „Momentan geht es mir schlecht!“.

Sie dürfen und sollen es ruhig so benennen, wie es für Sie ist. Rosa anmalen nutzt hier gar nichts. Wenn es Ihnen schlecht geht, dann sagen Sie es auch so.

Anschließend spielen Sie Sokrates. Stellen Sie sich Fragen, die in die Zukunft gerichtet sind. Als Hilfe stellen Sie sich vor, ein guter Freund wäre zu Ihnen gekommen und hätte Sie um Rat gefragt. Stellen Sie sich vor, dieser Freund habe Ihr Problem.

Was würden Sie ihm raten?

Aus diesem Rat formulieren Sie Fragen. Danach beantworten Sie diese für sich. Und tun Sie das ruhig schriftlich. Das steigert den Effekt noch.

Zu guter Letzt leiten Sie aus Ihren Antworten Handlungen ab. Beispielsweise können Sie aus der Antwort, dass Ihnen die Ernährung hilft gesund zu werden, eine Handlung ableiten. Sie kaufen Sich ein Buch über Ernährung, Sie fragen einen Freund, der sich damit auskennt oder Sie schauen eine Dokumentation.

Dieser letzte Schritt sorgt dafür, dass sich Ihre Gedanken schließlich um etwas völlig anderes drehen. Das Problem ist in weite Ferne gerückt und die Lösung spielt die Hauptrolle.

Der Bezug zur Selbsthypnose

Wenn Sie zusätzlich noch Ihre Selbsthypnose nutzen möchten, formulieren Sie aus dem letzten Schritt noch SuggestionenSuggestion leitet sich ab vom lateinischen Substantiv suggestio (Hinzufügung) und dem Verb suggerĕre (z... More. Bilden Sie aus den Handlungen aktive Sätze für Ihre Wirkphase der Hypnose.

Sie werden damit die Wirkung um ein Vielfaches erhöhen. Und zudem haben Sie damit negative Gedanken zu etwas Positivem geformt. Sie haben eine Lösung erarbeitet und Handlungen daraus gemacht. Und Sie haben mit der Selbsthypnose ein effektives Werkzeug, um sich für die Umsetzung zu motivieren.

Entdecken Sie Ihre Möglichkeiten

 

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