Prüfungsangst – Richtiges Lernen (Teil 2)

Wie funktioniert richtiges Lernen? Sie möchten beispielsweise eine Präsentation über ein neues Thema halten. Oder Sie möchten sich einen neuen Stoff erschließen. Sie haben ein Klausurthema bekommen und möchten sich in das neue Gebiet einarbeiten. Was tun Sie? Wie gehen Sie vor? Mit der Antwort auf diese Fragen beschäftigen wir uns in diesem Artikel – Prüfungsangst – Richtiges Lernen (Teil 2) Lesezeit: 2 1/2 Minuten
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Geht so richtiges Lernen?

Möglicherweise besorgen Sie sich ein Buch zu Ihrem Thema oder Sie beschaffen sich andere notwendige Unterlagen. Jetzt ziehen Sie sich an einen stillen Ort zurück, vielleicht ein Büro oder einen anderen Arbeitsplatz. Bewaffnet sind Sie mit einem Textmarker und einem Laptop.

Jetzt beginnen Sie zu lesen. Während Sie lesen markieren Sie mit einem Textmarker die wichtigen, für Ihr neues Thema relevanten, Stellen. Wenn Sie ein Kapitel durchgearbeitet haben, gehen Sie Ihre Markierungen durch und schreiben am Laptop eine Zusammenfassung.

Aufgrund dieser Zusammenfassung erstellen Sie dann eine Liste von Fragen zum Lernstoff. Anschließend nutzen Sie diese Fragen und die Kurzfassung zum Lernen. Das heißt, Sie eignen sich das neue Wissen aus einem Resümee an.

Viele meine Klienten schildern mir genau dieses Vorgehen.

Machen Sie das auch so?

Hoffentlich NICHT!

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Markieren Sie noch oder lernen Sie schon?

Sie möchten sich auf ein neues Thema vorbereiten? Sie möchten sich neues Wissen aneignen?

Neu! Das Thema ist neu für Sie. Sie möchten dazu lernen. Anschließend möchten Sie Ihr Wissen erweitern. Sie möchten Neues erfahren.

Und dann nehmen Sie sich ein Lehrbuch und unterstreichen das Wichtige. Wie geht das denn?

Woher wissen Sie denn bei einem neuen Lernstoff was wichtig ist? Das Thema ist neu für Sie. Anders gesagt, Sie haben keine Ahnung von dem Stoff. Denn wenn er neu ist, kennen Sie ihn ja noch nicht.

Wenn Sie diesem Buch jetzt mit einem Textmarker zu Leibe rücken, schaffen Sie vor allen Dingen eines; Sie ruinieren das Buch.

Lernen, ohne zu denken, ist eitel; denken, ohne zu lernen, ist gefährlich.
Konfuzius

Um bei einem Thema die wichtigen Textpassagen zu finden, müssten Sie sich in dem Thema auskennen. Ist das Thema neu für Sie markieren Sie jetzt die Passagen, die Sie erkennen. Das ist allerdings altes Wissen. Das sind Dinge, die Sie schon wissen. Und es sind Dinge, von denen Sie schon gehört haben oder die Sie woanders schon gelesen haben. Neu sind diese Inhalte nicht. Auf diese Art werden Sie in dem Buch schon bekanntes finden. So werden Sie auf keinen Fall Neues erfahren.

Und es geht weiter. Wenn Sie nach dem ersten Lesen die bekannten Passagen markiert haben, werden Ihnen bei nochmaligem Lesen wieder diese Stellen ins Auge fallen. Die neuen Inhalte bleiben Ihnen weiterhin verborgen. Sie schauen sich immer wieder die Stellen an, die Ihr Hirn schon beim ersten Mal erkannt hat.

Richtiges Lernen

Wann haben Sie Ihren letzten Roman gelesen?

Bei vielen meiner Seminarteilnehmer ist das drei Monate oder länger her. Erinnern Sie sich noch an die Hauptfigur? Wissen Sie noch an welchem Ort die Handlung spielte? Können Sie noch die Nebenrollen und deren Charakterzüge wiedergeben?

Richtiges Lernen

Vermutlich können Sie all diese Fragen noch beantworten. Und dabei war der Romaninhalt neu für Sie. Sie wussten wenig bis gar nichts über die handelnden Personen. Sie haben nicht zuerst das Inhaltsverzeichnis gelesen (die wenigsten Romane haben eines). Und Sie haben nicht mit Ihrem Textmarker das schöne Buch ruiniert. Sie haben nicht quergelesen. Sie haben sich keine Notizen gemacht. Und erstaunlicherweise wissen Sie Monate, manchmal Jahre, später noch sehr gut worum es ging.

Sie haben sich während dem Lesen mit dem Inhalt beschäftigt. Und dabei haben Sie Bilder entstehen lassen. Sie haben Gefühle entwickelt und wahrgenommen. Sie haben den Stoff ergänzt, haben Einschätzungen vorgenommen und oftmals sich selbst mit einbezogen. Und deshalb wissen Sie auch noch so erstaunlich viel über den Inhalt der Geschichte. Sie haben sie erlebt, erfahren.

Das funktioniert hervorragend bei einem Roman. Dann funktioniert das ebenfalls hervorragend bei jeder anderen Lektüre. Lesen Sie doch Ihr Sachbuch genauso. Lesen Sie es wie einen Roman. Erleben Sie dabei den Inhalt. Halten Sie beim Lesen inne und spielen mit dem Inhalt. Trinken Sie beim Lesen einen Kaffee oder einen leckeren Tee. Malen Sie im Geiste Bilder zu dem Inhalt. Führen Sie das Gelesene weiter. Oder besser ausgedrückt, genießen Sie den Lernstoff.

Machen Sie es wie bei einer schönen Geschichte. Denn auch ein Sachbuch erzählt eine Geschichte.

Entdecken Sie sie!

Richtiges Lernen

(Viele Menschen schreiben bei einer Fachlektüre mit Hilfe der markierten Textpassagen eine Zusammenfassung. Damit beschäftigen wir uns im nächsten Teil dieses Artikels)

 

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