Ruhe und Gelassenheit durch Selbsthypnose

Haben Sie auch Stress? Offenbar sind Sie da nicht alleine. Daher haben wohl einige der Leser von die-selbsthypnose.de angeregt ein Skript zum Thema „Ruhe und Gelassenheit durch Selbsthypnose“ zu veröffentlichen. Deshalb veröffentlicht die-selbsthypnose.de ein vollständiges Skript für Ihre Selbsthypnose zum Thema Ruhe und Gelassenheit.
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Vorbereitung der Selbsthypnose

Stress hat man nicht. Stress macht man sich.

Wenn Sie mit Ihrer Selbsthypnose beginnen möchten, setzen Sie sich in Ihren Lieblingssessel. Möglicherweise möchten Sie sich hinlegen. Dann legen Sie sich auf Ihr Sofa, auf Ihr Bett oder auf Ihren Teppich. Es ist gleichgültig ob Sie Sitzen oder Liegen. Darüber hinaus ist es gleichgültig wo Sie sitzen oder liegen.

Damit beginnt schon die Ruhe und Gelassenheit. Manche Menschen setzen sich schon bei der Vorbereitung ihrer Entspannung unter Druck. Sie glauben, es müsste eine besondere Position eingenommen werden. Oder sie glauben, es müsse ein besonderer Ort dafür gewählt werden. Bis sie etwas Geeignetes gefunden haben, stehen sie schon unter Stress.

Das ist unnötig. Während Sie nach einem günstigen Platz suchen, können Sie auch schon mit Ihrer Entspannung beginnen. Bleiben Sie doch einfach so sitzen, wie Sie jetzt gerade sitzen. Es ist gut. Dadurch, dass Sie es so akzeptieren, wie es jetzt ist, beginnt die Gelassenheit.

Weihnachten und Stress
Weihnachten hat offenbar tatsächlich einen Einfluss auf die Lebensqualität. Allerdings fällt dieser Einfluss sehr unerwartet aus.

StudieMichael Mutz (Soziologieprofessor, Universität Göttingen) hat 2015 eine Studie zum subjektiven Wohlbefinden während der Weihnachtszeit veröffentlicht. Dabei hat er große Datenmengen aus zahlreichen unabhängigen Befragungen genutzt, die in elf europäischen Ländern durchgeführt wurden. Darin gaben die Befragten Auskunft über ihr subjektives Wohlbefinden.

Mutz verglich die Angaben aus der Vorweihnachtszeit mit den Daten aus der übrigen Zeit des Jahres. Und es stellte sich heraus, dass in allen Ländern eine Zunahme von Stress zu verzeichnen ist, sobald sich Weihnachten nähert. Die Befragten fühlten sich in dieser Zeit deutlich unwohler. Allerdings ist der Stress selbstgemacht. Die Menschen setzen sich selbst unter Druck. Darüberhinaus stellte sich heraus, dass die Religiosität eine Rolle spielt. Denn bei gläubigen Christen nimmt der Stress sogar ab. Sie füllen die Weihnachtszeit mit deutlich mehr wohltuenden Ritualen.

Stress macht man sich!

Quelle: Mutz, M. Angewandte Forschung Quality Life (2016) 11: 1341. https://doi.org/10.1007/s11482-015-9441-8

Tipps zur dieser Anleitung

Bevor Sie mit Ihrer Sitzung loslegen, hier noch einige Hinweise zur Arbeit mit dieser Anleitung.

  • Auch wenn Sie hier ein vollständiges Skript finden, es ist kein Dogma.
  • Diese Anleitung ist als Basis zu verstehen. Deshalb sollten Sie damit experimentieren.
  • Die Skripttexte sind in blauer Schrift
  • Drei Punkte kennzeichnen eine kurze Pause (ca. 5 Sek.).
  • Darüberhinaus sind längere Pausen mit (Pause) gekennzeichnet (ca. 30 Sek.).
  • Nachdem Sie sich die kurzen Beschreibungen zu Beginn jeder Phase durchgelesen haben, können Sie die Texte auf ein Aufnahmegerät sprechen.
  • Dabei sprechen Sie langsam und monoton.
  • Falls Sie bei der Durchführung einschlafen, ist das völlig in Ordnung. Schließlich möchten Sie sich entspannen.
  • Durch Übung können Sie sich dann immer besser in dem besonderen Zustand halten. Daraufhin unterbleibt das Einschlafen während der Selbsthypnose.
Einleitung der Selbsthypnose

Während Sie sich Ihrer momentanen Position bewusstwerden, bereiten Sie sich mental auf Ihre Sitzung vor. Nachdem Sie Ihre Position gefunden haben, sagen Sie sich mehrfach:

„Während ich hier sitze (liege) gönne ich mir meine persönliche Trance. Weil ich mir es gönne, fällt es mir leicht.“

Sobald Sie sich diese Formel drei- bis viermal vorgesprochen haben, beginnen Sie mit der eigentlichen Induktion.

Legen Sie Ihre Hände in den Schoß. Dabei legen Sie die Fingerspitzen aufeinander. Dazu machen Sie sich bewusst wie sich die Finger berühren. Sanft. Es ist eine leichte sanfte Berührung. Während die Finger aufeinanderliegen, fühlen Sie diese Berührung. Fühlen Sie die Finger. Dabei achten Sie zusätzlich auf Ihre Atmung. Und Sie achten auf Ihre Nackenmuskulatur.

Das heißt, Sie bewegen sich mit Ihrer Wahrnehmung von den Fingern zu Ihrer Atmung und daraufhin weiter zu Ihrem Nacken. Dadurch kreisen Sie mit Ihrer Wahrnehmung. Genießen Sie es. Währenddessen sagen Sie sich mehrfach:

„Weil ich hier sitze (liege) und meine Finger fühle und meine Atmung spüre und sich mein Nacken immer mehr entspannt, genieße ich meine Selbsthypnose.“

Vertiefung der Selbsthypnose

Anschließend vertiefen Sie Ihre Trance. Indem Sie mit Ihrer Wahrnehmung kreisen, ist Ihr Bewusstsein beschäftigt. In der Folge gelangen Ihre Einleitungssuggestionen leichter ins Unterbewusstsein. Dadurch entsteht ein natürlicher Trancezustand. Die Vertiefung folgt nun.

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Während Sie weiter mit Ihrer Wahrnehmung kreisen, sagen Sie sich:

„Wegen meiner Atmung, meinen Fingern, meinem Nacken fühle ich immer besser. Während ich fühle und dabei entspanne, werde ich immer gelassener und ruhiger. Weil ich es mir gönne und es fühle, komme ich immer tiefer und spielerisch leicht in diesen wohltuenden Zustand.“

„Und weil ich mich immer mehr entspanne und wohl fühle, hilft es mir möglicherweise, wenn ich zähle… Von zehn, rückwärts… Zähle… Und dabei mit jeder Zahl tiefer und tiefer in diesen angenehmen Zustand der Ruhe und Gelassenheit sinke… Mit jeder Zahl tiefer und weiter… Von zehn rückwärts… Während ich zähle gönne ich immer mehr und mehr diesen besonderen wohltuenden Zustand.“

„Zehn… Ruhiger und ruhiger… Neun… Immer tiefer und tiefer, weiter und ruhiger… hinunter… zur Acht… Immer tiefer und angenehmer… Zur sieben… Hinunter… Tiefer… Weiter… Zur Sechs… Ruhiger, gelassener… Spielerisch leicht… Immer tiefer… Fünf… Vier… Hinunter, tiefer weiter zur… Drei… Zwei… Tief… Weit… Gelassen… Ruhig… Eins… Tief… Jetzt… Null…“

Ruhe und Gelassenheit – Suggestionen absetzen

Anschließend an die Vertiefung Ihrer Trance, können Sie nun Ihre Suggestionen absetzen. Da Sie Ihr Bewusstsein mit den vorhergehenden Techniken beschäftigt haben, ist es möglicherweise schon etwas ermüdet. Und das wollen wir nutzen. Dadurch gelangen Ihre Suggestionen spielerischer in Ihr Unbewusstes. Dementsprechend leicht können Sie dort ihre wohltuende Wirkung entfalten.

Inzwischen haben Sie ohnehin schon einen guten, lockeren Zustand der Ruhe und Gelassenheit erreicht. Daher brauchen Sie Ihren Weg nur weiter zu gehen. Gehen Sie tiefer und weiter in Ihren wohltuenden Zustand und genießen Sie ihn. Dabei sagen Sie sich:

„Während ich immer tiefer und tiefer in meinen Zustand komme… Immer tiefer und tiefer… Kann dieser andere Teil von mir… immer Tiefer und weiter… Nach vorne kommen. Dieser andere Teil, der für mich sorgt. Weil er weiß, was gut und richtig für mich ist… Während er lernt… spielerisch leicht… All die Dinge… die gut und richtig für mich sind… Jetzt… oder gleich.“

„Und auch das ist völlig gleichgültig. Denn während ich hier sitze (liege)… weil es gut ist… Immer tiefer und weiter… hinein in meinen Zustand der Ruhe und Gelassenheit… Lernt… Lernt dieser andere Teil all das jetzt oder später zu nutzen. Und nimmt diese Gelassenheit… Diese Ruhe mit… Aus meiner Trance… Und nutzt diese Kraft… Jetzt und später.“

Wirken

Inzwischen ist Ihr Unterbewusstsein aktiv. Es beschäftigt sich mit dem Thema „Ruhe und Gelassenheit“. Im Folgenden geben Sie ihm etwas Zeit. Dadurch entfaltet sich die Wirkung Ihrer Suggestionen noch besser. Dabei können Sie Ihr Unbewusstes durch weitere Formulierungen unterstützen.

(Pause)

„Und während ich all das lerne… Freue ich mich darauf es mir zu gönnen… Weil es gut ist zu lernen… Zu nutzen… Ruhig und Gelassen… Zu sein… Weil ich atme und lerne kann all das für mich wirken… Und wann immer es gut und richtig für mich ist für mich wirken… Jetzt… Und später…“

(Pause)

„Lernen… Genießen… Dabei Ruhe… Und… Gelassenheit… Und während all das wirkt und mir nutzt… Genieße ich die Ruhe und Gelassenheit… Lerne zu Genießen… Jetzt“

(Pause)

Ausleitung der Selbsthypnose

Schließlich kommen wir zur Ausleitung der Selbsthypnose. Während die Induktin dazu dient in einen entspannten Zustand zu gelangen, dient die Ausleitung dazu die Wirkung der Selbsthypnose mit in den Wachzustand zu nehmen. Im Grunde geht es um den Transport des Gelernten in den Alltag. Zudem dient diese Phase dazu entspannt, ruhig und gelassen zurück zu kommen.

Hier werden ebenfalls wieder unterstützende Suggestionen genutzt. Falls Sie bei der Einleitung irgendwelche Formulierungen genutzt haben, die Sie für den Wachzustand wieder aufheben möchten (beispielsweise Schwere oder Müdigkeit), so tun Sie das an dieser Stelle.

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(Pause)

„Und wenn ich gleich zähle… Und erst dann, wenn ich zähle… von Eins bis Fünf… Nach oben… Komme ich mit jeder Zahl mehr und mehr zurück… Während ich zähle… mit jeder Zahl… mehr und mehr nach oben und zurück… Und dann bei fünf und erst bei fünf, wach und frisch… Bei fünf wach und zurück… Voll und ganz…“

(Pause)

„Mit jeder Zahl wird mein Körper leichter, freier und beweglicher… Der Kopf freier und klarer… Und während ich zurück komme… Nach oben… Genieße ich das Gelernte… Weil es mir immer, wenn es gut und richtig für mich ist, zur Verfügung steht… Immer dann…“

(Pause)

„Eins… Zurück… Nach oben.. Während dem Zählen leichter, freier und beweglicher… Der Kopf… Frei und klar… Nach oben zur Zwei… Mit all dem nach oben… Zurück… Drei…

(Pause)

„Zurück… Leicht, frei und beweglich… Frei und klar… Vier… Fünf… Leicht, frei und beweglich… Frei und klar… Wach… Jetzt!“

Ruhe und Gelassenheit durch Selbsthypnose

 

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