Sprache erschafft Wirklichkeit

“Du redest Dir das ein!” Haben Sie diesen Ausspruch auch schon benutzt? Zunächst hat Sie jemand völlig unverfänglich gegrüßt. Dann hat er Ihnen sein Leid geklagt. Anschließend hat er in allen Details beschrieben, wie schlecht es ihm geht. Allerdings hatten Sie einen völlig anderen Eindruck von seiner Verfassung. Besser gesagt, Sie hatten den Eindruck Ihr Gesprächspartner redet sich sein Leiden ein. Seine Sprache erschafft Wirklichkeit, seine Wirklichkeit.Lesezeit: 3 Minuten
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Die meisten Menschen benutzen den lieben langen Tag eine negative Sprache. Dadurch verändert sich ihre Wahrnehmung. Unser Hirn arbeitet assoziativ. Also wird es bei einem negativ besetzten Wort auch ein weiteres negatives Wort damit verknüpft haben. Durch die benutzte Sprache kommt der Redner vom Schlimmen zur Katastrophe.

Negative Sprache erschafft Wirklichkeit, eine negative

Wir haben in diesem Blog schon mehrfach darüber gesprochen, wie gut diese negative Sprache funktioniert. Das Einreden von negativen Dingen ist weit verbreitet. Und es ist von fast allen Menschen als hoch wirksam anerkannt. Die gute Nachricht ist es funktioniert in die positive Richtung genauso gut. Schauen wir uns also die positive Richtung einmal genauer an.

Wenn das so einfach wäre!

In meinen Seminaren höre ich an dieser Stelle dann häufig den Spruch: “Wenn das so einfach wäre!” Ja, es ist so einfach. Wenn ich mir negative und schädliche Dinge einreden kann, dann kann ich mir auch wohltuende und positive Dinge einreden. Interessanterweise hat noch nie ein Teilnehmer gesagt: “Wenn das so kompliziert wäre!”

Positive Sprache – Was ist das denn?

Bevor wir uns mit der positiven Sprache beschäftigen, schauen wir uns doch zunächst einmal an, wie die meisten Menschen im Alltag reden.

“Der neue Job gibt keinen Anlass zum Klagen.”

“Der Film war gar nicht so übel.”

“Das Essen war nicht schlecht.”

Fällt Ihnen dabei etwas auf?

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Durch solche Formulierungen wird das Positive durch die Abwesenheit des Negativen dargestellt. Dabei wäre es mit einer kleinen Änderung viel einfacher und die Sätze werden auch noch kürzer. Sie schlagen damit 54 Fliegen mit einer Klappe.

Ersetzen Sie die negative Formulierung durch “prima”, “gut”. und “lecker”.

“Der neue Job ist prima.”

“Der Film war gut.”

“Das Essen war lecker.”

Durch diese Sprache sparen Sie haufenweise Wörter. In der Folge versteht Sie Ihr Gesprächspartner besser. Er weiß sofort worum es geht. Und Sie stellen in den Vordergrund, was wichtig ist. Darüberhinaus verbinden Sie in Ihrem Gehirn die Aussagen mit positiven Gefühlen. Volltreffer!

Positive Sprache

Wir geben am Tag durchschnittlich 16.000 Worte von uns. Denken tun wir übrigens noch weitaus mehr Wörter. Dabei wird unser gesprochenes Wort doppelt und dreifach von unserem Hirn verarbeitet.

Zunächst werden die Worte ermittelt, die wir benutzen wollen. Dann werden sie ausgesprochen. Daraufhin hören wir unsere eigene Rede. Und zuletzt wird dann das Gehörte verarbeitet. Da ist jede Menge Spielraum um Gutes zu bewirken. Viele Menschen hätten den letzten Satz allerdings anders beendet.

“Da ist jede Menge Spielraum, um Schaden anzurichten!”

Dadurch wäre es schon wieder um etwas Negatives gegangen. Womit der Schaden wieder im Mittelpunkt steht. Machen wir es doch anders. Oder besser gesagt, sprechen wir doch anders. Zukünftig achten Sie einfach ein Wenig auf die Worte, die Ihren Mund verlassen. Denn Sie hören sie auch selbst.

Tipps für die Wortwahl

Zudem ist das Schöne daran, dass Sie lediglich etwas wegzulassen brauchen . Es ist unnötig etwas zusätzliches zu tun. Das ist einfach. Und unser Hirn mag so etwas. Schließlich spart es gerne Energie. Also, los geht’s! Lassen wir einige Worte weg!

Nicht

“Nicht” wird meist benutzt, um das Positive auszuschließen.
“Das war nicht schlecht.” Daraufhin bleibt in unserem Gehirn hängen, dass es eben doch schlecht war.

Eigentlich

Dadurch wird ein negatives Argument vorbereitet.
“Eigentlich ganz gut.”
In aller Regel werden solche Aussagen von einem “aber” gefolgt. Damit werden sie widerlegt. Denn dem Sprecher geht es eben NICHT gut. Besser gesagt, es geht ihm schlecht.

Gar

Damit wird meist etwas Negatives eingeleitet.
“Das war gar nicht übel.”
Dadurch stellen wir wieder das Übel in den Vordergrund.

Ziemlich

Das Nachfolgende wird abgeschwächt. Schade, wenn es etwas Gutes ist.
“Ziemlich gut.”
In diesem Ausdruck taucht zwar ein positives Wort auf allerdings wird es zuvor schon abgeschwächt.

Immer

Mit “immer” wird ebenfalls der Schwerpunkt auf das Negative gelegt. Denn meist steht es als Synonym für das Negative.
“Immer so weiter.”
Damit meint der Sprecher in aller Regel : “Trotzdem alles ganz übel läuft, muss es halt so weiter gehen.” Um Himmels Willen! Vermeiden Sie solche Aussagen.

Sprache erschafft Wirklichkeit

Die vorher erwähnten Formulierungen, manifestieren das Negative. Damit wird die Blickrichtung auf das gelenkt, was wir NICHT möchten. Aus diesem Grund beschäftigt sich das Gehirn dann mit dem UNerwünschten Zustand. Im Folgenden wird es Wege finden das zu erschaffen, womit es sich beschäftigt. Garantiert!

Allerdings wird es genau dasselbe tun, wenn Sie sich mit Gedanken beschäftigen, die Ihnen gut tun. Dadurch dass Ihre Sprache untrennbar mit Ihren Gedanken verknüpft ist, haben Sie ein mächtiges Werkzeug. Besser gesagt Ihre Sprache ist Ihr Werkzeug, um Gedanken zu beeinflussen. Deshalb, achten Sie auf die Worte, die Ihren Mund verlassen.

Sprache erschafft Wirklichkeit!

Damit erschaffen Sie Ihre Wirklichkeit, positive Wirklichkeit.

 

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3 Gedanken zu „Sprache erschafft Wirklichkeit

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