Warum uns Selbstgespräche guttun

Haben Sie schon einmal Selbstgespräche geführt? Wenn ja, haben sie vermutlich anschließend mit negativen Bemerkungen Ihrer Umwelt zutun gehabt. Oft wird einem Menschen, der Selbstgespräche führt ja nachgesagt, er habe nicht mehr alle Tassen im Regal. Aber stimmt das auch? Ist ein Gespräch mit sich selbst tatsächlich negativ zu verstehen? Darauf gibt es eine überraschende Antwort.Lesezeit: 2 1/2 Minuten
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Kinder führen Selbstgespräche

Sprache erschafft Wirklichkeit

Sprache erschafft Wirklichkeit

“Du redest Dir das ein!” Haben Sie diesen Ausspruch auch schon benutzt? Zunächst hat Sie jemand völlig unverfänglich gegrüßt. Dann hat er Ihnen sein Leid…
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Wenn man kleine Kinder beim Spielen beobachtet, stellt man schnell fest, dass sie meistens auch mit sich selbst reden. Beispielsweise erklären sie sich selbst etwas. Oder sie spielen verschiedene Rollen. Manchmal motivieren sie sich auch selbst.

Für Kinder scheinen Selbstgespräche etwas völlig natürliches zu sein. Sie nutzen dieses Werkzeug im Alltag immer wieder. Das reden mit der eigenen Person ist aus unserer Kindheit überhaupt nicht wegzudenken.

Und dabei ist eine sehr effektive Technik gewesen. Denken Sie einmal daran, wie oft Sie sich die Bauanleitung für das Modellauto selbst erklärt haben. Möglicherweise haben Sie sich als Kind selbst Mut zugesprochen, wenn Sie in den dunklen Keller wollten, um eine Limo zu holen. Oder Sie haben als Pimpf leise vor sich hin geschimpft, wenn Sie mal wieder eine ungeliebte Arbeit verrichten mussten.

Das laute Reden mit sich selbst

Das Reden mit sich selbst hat Tradition. Und es erfüllt dabei offenbar einen positiven Grund. Wir nutzen es als Kind unbewusst. Denn es leistet gute Dienste.

Selbstgespräche tun gut

Forscher der George Mason University in Fairfax haben die Wirkung von Selbstgesprächen bei Kindern untersucht. Dabei zeigte sich ein überraschendes Ergebnis.

Studie Adam Winsler veröffentlichte schon im Jahre 2007 eine Studie über Selbstgespräche bei Kindern. Er untersuchte dabei, wie die Kinder dieses Werkzeug einsetzen. Zudem wollte er herausfinden, welchen Nutzen die Kleinen davon haben.

Dafür ließ er die Kinder beispielsweise mit Bauklötzen hantieren. Dabei beobachtete Winsler sie und achtetet auf die Gespräche, welche die Kinder mit sich selbst führten.

Beim Analysieren der Ergebnisse stellte sich ganz klar heraus, dass die Kinder, welche mit Selbstgesprächen arbeitetet, sehr erfolgreicher waren. Sie waren beim Erstellen ihrere Bauwerke signifikant erfolgreicher als die Kinder, die nicht mit sich selbst redeten.

Der Wissenschaftler fand heraus, dass die kleinen Probanden, durch die Kommunikation mit sich selbst verschiedene Szenarien durchspielten. Dadurch waren sie viel eher in der Lage die richtigen Teile für ihr Bauwerk zu finden.

Wenn wir mit uns selbst reden, unterstützen wir uns selbst.

Quelle: JScienceDirect: The role of private speech in the transition from collaborative to independent task performance in young children

Denken wir doch zurück an die Erklärung für den Zusammenbau des Modellautos. Es ist eine sehr effektive Methode während dem Zusammenbau mit sich selbst zu reden. Was ist daran gut?

Stellen Sie vor, Sie erklären jemand anderem etwas erklären, von dem dieser keinen blassen Schimmer hat. Wenn Sie ehrlich sind, hat Ihr Gegenüber nach der Erklärung meistens noch immer keinen Plan. Aber Sie haben den.

Sie unterstützen sich selbst

Durch die Erklärung wissen Sie selbst hinterher noch besser Bescheid. Während der Erklärung haben Sie nach Worten gesucht. Sie haben die Zusammenhänge neu überdacht. Und dabei sind Ihnen neue Ideen zu dem gekommen, was Sie gerade erklären. Durch das Erklären haben vor allem Sie selbst dazugelernt.

Und genau das ist die Wirkung bei einem Selbstgespräch. Und Sie nutzen hier einen weiteren Effekt. Beim Hören sind andere Hirnbereiche aktiv als beim bloßen Denken. Dadurch kommen Ihnen beim Reden neue Ideen, neue Gedanken.

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Selbstmotivation

Ebenfalls sehr effektiv waren die Selbstgespräche, um sich selbst zu motivieren. Als Kind haben wir das immer genutzt, wenn wir glaubten an etwas zu scheitern. Dann hat es enorm geholfen sich selbst Mut zu zusprechen.

Dann haben wir doch gerne zu uns selbst gesprochen. „Du schaffst das!“ Von diesem Spruch halte ich überhaupt nichts, wenn man ihn zu jemand anderem sagt. Denn der Angesprochene wird sich sofort fragen: „Und wenn nicht!“. Genau das erlebe ich bei meinen Athleten sehr oft, wenn jemand versucht sie zu motivieren.

Sage wir so etwas zu uns selbst, hat es allerdings eine ganz andere Wirkung. Von uns selbst glauben wir in aller Regel die Situation beurteilen zu können. Zudem kennen wir die Gefühle, die wir dabei haben. Das macht uns selbst glaubwürdig. Sagt ein anderer so etwas zu uns, zweifeln wir oft an beidem.

Uns selbst glauben wir ein „Du schaffst das!“ viel eher. Es erzeugt Emotionen. Energie wird frei. Und die fühlen wir dann ebenfalls. Die MotivationMotivation bezeichnet die Energie, die einen Menschen einem Verhalten oder Objekt näher bringen. Dabei b... More wird angekurbelt.

Stressbbau beim Reden

Auch für den Umgang mit Stress sind Selbstgespräche hervorragend geeignet. Wenn Sie als Kind wieder einmal einen unliebsamen Job aufgetragen bekommen haben, war ein leise vor sich hin Schimpfen das Mittel erster Wahl. Und es hat geholfen.

Alltägliche Gehirnwäsche

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In den Medien wird immer wieder von Gehirnwäsche berichtet. Zeitungen erzählen Horrorgeschichten von Kriegsgefangen, deren Gehirne umprogrammiert…
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Das Schimpfen baut Stress ab. Dabei formulieren wir das, was uns beschäftigt. Genau das läuft in den meisten Therapie- oder Coachinggesprächen ab. Die meiste Zeit redet nur einer, der Klient.

Wenn wir laut über die stressauslösende Situation reden, wird sie kleiner. Wir erlangen nach und nach KOntrolle über das Geschehen. Und Kontrolle bedeutet, der Stress geht.

Kontrolle verhindert Stress

Selbst wenn wir uns nur einbilden etwas ändern zu können oder die Situation zu beeinflussen. Unserem Stresszentrum ist das egal. Kontrolle ist Kontrolle. Selbst, wenn es eine Illusion ist.

Und bringen wir jetzt noch die Wirkung von oben dazu, dann löst sich der Stress einfach auf. In den vorherigen Absätzen haben wir gesehen, dass wir währen dem Reden mit uns selbst, dazulernen und die Motivation steigern. Perfekt! All das baut Stress ab.

Nutzen Sie die Kraft der Selbstgespräche

Ein Gespräch mit sich selbst können Sie darüber hinaus sehr gut für Ihre erste Phase der Selbsthypnose nutzen. Führen Sie das Vorgespräch laut. Damit vereinen Sie alle Effekte und schaffen eine sehr effektive Basis für Ihre Trance.

Mit sich selbst zu reden wirkt in drei Bereichen:

  1. Es schafft Klarheit.
  2. Es Motiviert.
  3. Und es baut zudem Stress ab.

Und bei alldem ist ein Selbstgespräch ein einfaches, effektives Werkzeug, dass Ihnen jederzeit zur Verfügung steht. Nutzen Sie diese Kraft für sich!

 

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ScienceDirect: The role of private speech in the transition from collaborative to independent task performance in young children
Beitragsbild: Amelie & Gero Mayer

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