Fragen stellen

Fragen stellen ist doch ganz einfach. Das ist eine mutige Meinung. Vertrittst Du diese Position auch? Nun ja, es ist möglich, dass es von der Technik her einfach ist eine grammatikalisch korrekte Frage zu stellen. Allerdings ist es bestimmt auch Dir schon so gegangen, dass Du Dich nach der Frage über die Antwort gewundert hast. Wenn Du überhaupt eine bekommen hast. Die Grammatik und Syntax ist es also nicht alleine. Grund genug, dass wir uns damit beschäftigen wie Du Fragen stellen kannst, um durch die Antwort Informationen zu gewinnen. [su_label]Lesezeit: 2 1/2 Minuten[/su_label]
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Der Aufbau einer Frage

Achte auf Deine Worte

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Achte auf Deine Worte! Warum sollte das denn so wichtig sein. Wo doch so viel darüber geredet wird, dass Taten wichtiger sind als Worte…
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Wie ist eine Frage aufgebaut? Damit haben wir schon ein schönes Beispiel für eine Möglichkeit eine Frage zu stellen. Und das Beruhigende daran ist, im Deutschen gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten eine direkte Frage zu formulieren. „Im Grunde“ steht dabei, weil es noch eine dritte gibt. Die ist allerdings mit äußerster Vorsicht zu genießen.

Denn auch wenn es uns hier bei die-selbsthypnose.de um die Arbeit mit uns selbst geht, spielt auch dabei der Umgang mit Fragen eine entscheidende Rolle. Das Selbstgespräch ist ein wichtiger Bestandteil Deiner Selbsthypnose.

Doch zunächst widmen wir uns kurz dem reinen Aufbau einer Frage. Ehrlich, es wird ganz kurz 😉 Nur ein klein wenig Theorie. Denn dadurch ergeben sich im Folgenden schon einige Punkte, die es beim Fragen zu beachten gilt.

Die beiden sauberen Varianten für eine Frage sind:

  1. Am Anfang des Satzes steht das Prädikat (Entscheidungsfrage). Beispiel: „Möchtest Du einen Kaffee?“
  2. Der Satz beginnt mit einem Fragewort (Ergänzungsfrage). Beispiel: „Wie trinkst Du Deinen Kaffee?“

Bei der Form Nummer eins wird am Satzende die Stimme angehoben. Dadurch wird verdeutlicht, dass es sich um eine Frage handelt. Und damit sind wir auch schon bei der unsauberen Variante Nummer drei.

Dabei wird eine Aussage gemacht und am Satzende die Stimme angehoben. Beispielsweise: „Du trinkst gerne Kaffee?“ Das Anheben der Stimmlage stellen wir uns hier einfach mal vor. Allerdings bleibt dieser Satz ein normaler Aussagesatz. So hoch können wir die Stimme gar nicht anheben.

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Fragen stellen – Fallstricke

Da wir uns hier auf der Website die-selbsthypnose.de befinden, geht es uns in diesem Beitrag hauptsächlich darum, Fragen an sich selbst zu richten. Denn in dem Vorgespräch zu Deiner Selbsthypnose kannst Du sehr effektiv mit Fragen arbeiten.

Dabei gibt es allerdings einige Details zu bedenken. Mit ungeschickt eingesetzten Fragen lenkst Du Dein Unterbewusstsein möglicherweise in eine völlig andere Richtung. Deshalb schauen wir uns einige Fallstricke an.

Wenn Du Fragen an Dich stellst solltest Du die nachfolgenden Schwierigkeiten umschiffen. Wenn Du die folgenden Punkte bedenkst, werden Fragen ein mächtiges Werkzeug für die Selbsthypnose.

Warum uns Selbstgespräche guttun - Selbsthypnose
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Vorannahmen

Die Frage mit Vorannahme beinhaltet eine zusätzliche Behauptung, die beim Beantworten dann automatisch akzeptiert wird. Die Aufmerksamkeit wird auf die Frage gelenkt, so kann sich die Behauptung an der bewussten Wahrnehmung vorbeischleichen. Der Gefragte beantwortet den zur Frage gestellten Punkt und achtet dabei nicht auf die Vorannahme. Diese Frageform wird im Alltag am häufigsten benutzt.

„Hast Du gerade mal einen Moment Zeit?“

Das ist zunächst eine völlig unscheinbare Frage. Im Alltag bleibt sie auch unscheinbar. In einer Verhandlungssituation kann uns die Beantwortung der Frage sehr schnell unter Druck setzen.

Das Unterbewusstsein programmieren

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Worauf kommt es an, wenn ich mein Unterbewusstsein programmieren möchte? Diese Frage taucht immer wieder auf, wenn Menschen…
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Wenn man keine Zeit hat, könnte man geneigt sein mit „Nein!“ zu antworten. Es handelte sich ja um eine geschlossene Frage.

Und der Fragende entgegnet nun:

„Okay! Dann komme ich später vorbei.“

Und er verlässt schnellen Schrittes die Bühne.

Später kommt er tatsächlich vorbei und möchte Unterstützung. Sollte er diese nun nicht bekommen, wird er sie einfordern. Schließlich wurde sie ihm bei seiner Frage zugesagt.

Bei dem „Nein!“ als Antwort kann er sich darauf berufen, es habe für „gerade mal“ gegolten. Das der Gefragte „Zeit“ hat, stand nie zur Diskussion. Es wurde in der geschlossenen Frage: „Hast Du gerade mal einen Moment Zeit?“ vorangenommen.

Werden solche Fragen geschlossen beantwortet, können sie sich im Laufe der Verhandlung zu wahren Monstern auftürmen, denen dann nur mit viel Aufwand entkommen werden kann.

Bewertungen

Bei diesen Fragen wird in einer geschlossenen Frage eine Bewertung vorgegeben. Diese soll dann mit bestätigt oder abgelehnt werden. Durch die geschlossene Form fällt uns ein Ja oder ein Nein sehr leicht.

„Geht es Dir gut?“

Wir gewinnen bei diesen Fragen schnell den Eindruck als gäbe es nur zwei Antwortmöglichkeiten. Es geht gut oder es geht nicht gut. Dabei gibt es bei dieser Frage noch sehr viele Abstufungen. Es gibt eben nicht nur gut oder schlecht.

Durch die Vorgabe einer Bewertung wird unser Hirn in eine bestimmte Richtung gelenkt. Ist es nicht zu hundert Prozent einverstanden kommt es schnell zu dem Schluss das Gegenteil anzunehmen. In diesem Fall würde das bedeuten, es geht schlecht.

Alternative

Bei der Alternativfrage kommen zwei Mechanismen zur Anwendung. Zunächst bekommt der Gefragte vorgegaukelt er könne nur zwischen zwei Antwortmöglichkeiten wählen und zusätzlich bekommt er eine Vorannahme untergeschoben.

„Möchten Sie das weiße oder das blaue Hemd?“

Der Gefragte kann zwischen den beiden vorgeschlagenen Alternativen wählen. Das „Hemd“ bekommt er dabei untergeschoben. Es wird nämlich nach den Farben gefragt. Möglicherweise möchte der Gefragte gar kein Hemd, sondern einen Pullover. Beantwortet er nun die Frage nach der Farbe, hat er das „Hemd“ akzeptiert.

Aus diesem Grund spielt diese Frageform in einigen Hypnosetechniken eine große Rolle. Die Aufmerksamkeit wird auf die Alternativen gelenkt. Dadurch kann sich die Vorannahme als Tatsache etablieren. So lässt sich auf sanftem Weg eine neue Idee „einpflanzen“.

Suggestionen formulieren

Suggestionen formulieren

In der Selbsthypnose wird, genauso wie in der Hypnose, mit der Technik der Suggestion gearbeitet. Weil diese speziellen Formulierungen direkt…
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In einer Hypnose-Sitzung wird diese Form der Frage sehr häufig verwendet. Damit lässt sich eine Feststellung leicht am Kritikbewusstsein vorbeischleusen. Das Gewünschte wird dann gerne als bereits erledigt angesehen.

„Und Du stellst Dir möglicherweise die eine Frage. Möchtest Du jetzt oder später Nichtraucher sein?“

Objekt unterschlagen

Oftmals unterschlagen wir bei Fragen das Objekt oder die Referenz, auf die wir uns beziehen möchten. Beispielsweise sagen wir etwas in der Art:

„Warum immer ich?“

Möglicherweise hast Du Dir davor Gedanken über ein Problem oder einen Schicksalsschlag gemacht. Anschließend stellst Du Dir diese Frage. In der Frage fehlt allerdings der Bezug. Du überlässt die Schlußfolgerung damit völlig Deinem Unterbewusstsein.

In der Frage sind etliche Dinge offen. Beispielsweise ist nicht gesagt warum WAS („Tomatensoße“). Es ist auch unerwähnt um welches TUN es Dir geht („bekleckert werden“). Ganz nebenbei ist dann auch noch die Verallgemeinerung („immer“) mit äußerster Vorsicht zu genießen. Denn eine Verallgemeinerung bläht die nicht genannten Sachen noch weiter auf.

Dein Unterbewusstsein könnte bei dieser Frage dazu übergehen, dass bei Dir IMMER ALLES schiefläuft. Und das ist schlichtweg falsch. Es geht um ein konkretes Ereignis, möglicherweise sind es auch zwei oder drei oder einhundert Ereignisse. Egal wie viele es sind. Es ist eine konkrete Zahl. Und das ist etwas völlig anderes als IMMER.

Demnach stellst Du Dir eine solche Frage lieber komplett.

„Warum habe ich mich gerade eben mit Tomatensoße bekleckert?“

Hier wird jetzt deutlich was wann wem wie passiert ist. Dazu lässt sich auch sehr gut ein Grund erfragen.

Statt „Wie soll ich das schaffen?“ fragst Du Dich also lieber „Wie kann ich es schaffen beim nächsten Nudelessen mit sauberer Kleidung davon zu kommen?

Falscher Stolz durch falsche Sprache
Falscher Stolz durch falsche Sprache


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Gewinne ich Information

Ein wichtiger Punkt beim Fragen geht im Alltag gerne vergessen. Wir fragen meist einfach so drauflos. Es ist allerdings sehr hilfreich, sich zunächst einmal Gedanken darüber zu machen ob durch die Frage überhaupt Informationen dazu gewonnen werden können. Oft stellen wir im Alltag nämlich keine „wirklichen“ Fragen. Es geht dann eher darum die Bestätigung für eine Annahme zu bekommen.

Das ist ein gefährliches Vorgehen. Denn wenn die Vorgabe nicht angenommen wird fangen wir schnell damit an zu argumentieren. Wir verfestigen dann das, was wir bis eben nur angenommen haben.

Es ist allerdings auch gut möglich, dass die Annahme falsch war. Wenn wir dann anfangen zu argumentieren, legen wir uns fest. Und verstärken dann die falsche Meinung. Es richtig zu stellen wird dadurch immer schwerer.

Bewusster Fragen stellen

Wenn Du bewusster mit Deinen Fragen umgehst, kannst Du auch mehr aus den Antworten herausholen. Denn auch bei einem Selbstgespräch für Deine Hypnose können ungeschickte Fragen zu seltsamen Antworten führen. Und in der Folge bringen Dich diese Antworten auf eine falsche Fährte. Das kostet Zeit und Energie.

Beachte zumindest schon mal diese fünf Tipps:

  1. Achte auf Vorannahemen, die evetuell mitbeantwortet werden.
  2. Mach Dir bewusst ob Deine Frage eine Bewertung enthält, die kritisch ist.
  3. Führe Dir vor Augen, dass Alternativfragen Dir vorgaukeln, es gäbe nur „schwarz“ oder „weiss“.
  4. Denke daran, dass ein unterschlagenes Objekt Dein Unterbewusstsein in die Irre führen kann.
  5. Stelle nur dann eine Frage, wenn Du durch die Antwort wirklich Information dazu gewinnst.

Diese Tipps helfen übrigens auch prima im Umgang mit einem anderen Gesprächspartner. Denn in einer normalen Kommunikation führen zu voreilig gestellte Fragen ebenfalls oft zu Mißverständnissen.

Gehe im Alltag bewusster mit dem Thema „Fragen stellen“ um und Du wirst immer mehr Übung bekommen. Fragen sind für Dein Selbstgespräch ein sehr effektives Werkzeug. Mit bewusst gestellten Fragen erreichst Du in Deiner anschließenden Selbsthypnose weitaus mehr (hier fehlt übrigens die Referenz 😉 … mehr als was)

Nutze Fragen als bewusstes Instrument.

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Seite „Fragesatz“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie