Warum positives Denken schief geht

„Alles wird gut!“ Hast Du den Satz auch schon einmal gehört? Oder schlimmer, hast Du ihn schon einmal benutzt? Hand aufs Herz! Wir alle haben den Satz schon gesagt oder gehört. Viele Menschen glauben das wäre positives Denken. Sie glauben sogar, das wäre die Essenz des positiven Denkens. Darüberhinaus glauben sie, sie würden dem Angesprochenen damit helfen. Falsch! Dieser Satz ist das exakte Gegenteil davon. [Lesezeit: 2 1/2 Minuten]

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Positives Denken und „Alles wird gut“

An solchen Sprüchen wie „Alles wird gut“ ist doppelt blöd, dass sie vom Sprecher aufmunternd gemeint sind. In der Regel bewirken sie allerdings beim Empfänger das genaue Gegenteil. Und jetzt fühlen sich beide schlecht. Der Sender meint es doch gut und der Zuhörer fühlt sich unverstanden. Toll!

Motivation durch Selbsthypnose

Haben Sie das auch schon getan? Vielleicht zum Jahresanfang? Sie haben einen guten Vorsatz gefasst. Etwas später haben Sie festgestellt, dass es mit dem Vorsatz fassen gut geklappt hat. Allerdings scheiterte es dann an der Umsetzung.

Motivation durch Selbsthypnose

Aber weshalb ist das so? Weshalb sollten wir mit solchen Kalendersprüchen sehr vorsichtig sein? Und was kann das Problem an diesem populären positiven Denken sein?

So, jetzt haben wir jede Menge Fragen. Bei genauem Hinschauen ergibt sich allerdings, dass es dabei um dasselbe geht. Einfach nur durch eine rosa Brille schauen und ständig debil grinsend in der Gegend umher zu laufen, löst nun mal keine Probleme. Und das ist auch kein wirkliches positives Denken.

Also fragen wir uns doch lieber, worum es bei wirkungsvollem Umgang mit Problemen und Ängsten geht. Wie kannst Du effektiv mit Deinen Gedanken Einfluss nehmen.

Positives Denken löst keine Angst auf

Unbedarftes positives Denken kann schnell nach hinten losgehen. Wenn jemand Probleme hat, sind diese oft von einem negativen Gefühl begleitet. Beispielsweise hat dieser Jemand Angst vor den Konsequenzen. Und Angst ist ein sehr starkes Gefühl.

Selbsthypnose im Alltag findet häufig statt. Du hast im Alltag immer wieder Situationen in denen Du eine leichte Trance erreichst. Schau Dir unser Video an und Du erfährst, wie Du diese hypnotischen Zustände für Dich nutzen kannst. Und darüberhinaus bekommst Du einige Tipps, das Unterbewusstsein Deiner Gesprächspartner direkt anzusprechen.

Und jetzt stell Dir einmal vor Du hast Angst. Vielleicht kannst Du eine kurz an eine Situation in Deinem Leben Denken in der Du Angst empfunden hast. Und jetzt überlege einmal, wann es gelungen ist diese Angst wegzudiskutieren. Ich wage eine Prognose: Nie!

Wenn jemand in einer Diskussion gefühlsmäßig argumentiert, kann man ihn auch nur auf der Gefühlsebene überzeugen. Umgekehrt gilt dasselbe. Jemand der auf der Verstandesebene argumentiert, dem muss man auch mit Verstand begegnen.

Und bei Problemen spielen eben sehr häufig Gefühle eine große Rolle. Deshalb müssen wir uns dabei auch mit den Gefühlen auseinandersetzen. Der Verstand hilft dann bei der Lösung. Zunächst gilt es aber die Gefühle zu beachten.

Und dazu kommt, das sehr starke Gefühl der Angst hat heutzutage sehr wenig mit dem Verstand zu tun. In der Steinzeit mag das teilweise anders gewesen sein. Da waren die Probleme allerdings auch keineswegs so vielschichtig wie heute.


Das Monster unter der Treppe

Jeder weiß, dass es auf der Welt allgemeine, universell geltende Gesetze gibt… vor allem, wenn man ungefähr fünf Jahre alt ist. Und wenn man dann also fünf Jahre alt ist, lautet eines dieser Gesetze in unserem Universum, dass unter jeder Kellertreppe ein Monster lebt. Damit wir uns da richtig verstehen: Es lebt unter JEDER Kellertreppe ein Monster. Bumm!

Und wie wir alle wissen, so wir denn auch mal fünf Jahre alt waren, nutzt es da herzerfrischend wenig, wenn uns jemand erklärt hat, dass alles in Ordnung ist.

Da steht dann jemand vor dem Kleinen und erklärt feierlich, es gäbe gar keine Monster. Daraufhin drängt sich doch eine Frage ins Bewusstsein: „Wenn es keine Monster gibt, wo kommt dann das Monster UNTER UNSERER KELLERTREPPE HER???“

Wenn Du jetzt mal an Dein Monster unter der Treppe denkst, wird schnell klar, das es keinen Sinn hat jemandem zu sagen er müsse keine Angst haben. Oder noch schlimmer, es wird behauptet der Grund für die Angst würde gar nicht existieren.

Der Umgang mit negativen Glaubenssätzen

„Das lerne ich nie!“ Kennst Du solche Sprüche? Negative Glaubenssätze wie dieser spielen in unserem Leben schon beinahe eine zentrale Rolle.

Der Umgang mit negativen Glaubenssätzen

Positives Denken als negativer Verstärker

So, jetzt haben wir den Salat. Ich habe Angst vor einem Monster und jemand erzählt mir ich bräuchte keine Angst zu haben WEIL es gibt ja keine Monster. Das wird jetzt schwierig.

Das Problem an diesem Vorgehen ist nämlich, dass derjenige, der behauptet es gäbe keine Monster sich unglaubwürdig macht. Denn ich habe ja Angst vor Monstern ALSO MUSS es sie auch geben. Diese Beweisführung mag für den Außenstehenden komisch sein, für den Angstmenschen ergibt sie aber sowas von Sinn.

Daraufhin passiert jetzt folgendes: Der Grund für die Angst verfestigt sich. Derjenige der Angst hat erklärt nämlich jetzt WARUM er eben doch Angst hat. Jetzt findet er für sich immer mehr Gründe, die beweisen, dass seine Angst gerechtfertigt ist. Die Angst wir immer größer.

In der Folge wird es für Andere auch immer schwieriger zu unterstützen. Denn mit jeder ermunternden Aufforderung die Angst sein zu lassen, erstarkt sie für denjenigen, der Angst hat. Es entsteht ein teuflischer Teufelskreis von Teufeln, die kreisen… aber sowas von kreisen.

Das ist die Gefahr beim positiven Denken. Der Grund für die Angst wird geleugnet. Dadurch wird die Angst allerdings stärker. Es werden nämlich Argumente gesucht, die der Angst Rechtfertigung verleihen.

Deine Gefühle und echtes positives Denken

Wir können also ganz beruhigt festhalten, dass positiv zu denken an sich NICHT schlecht ist. Es hängt wieder einmal von der Vorgehensweise ab. Und im Detail geht es um die rosa Brille. Die macht das Problem am Ende noch größer als es vor der Brille (nettes Wortspiel 😉 ) war.

Wenn Du positives Denken für Dich nutzen möchtest, dann achte dabei auf Dein Gefühl. Und nimm diese Gefühle ernst. Auf keinen Fall darf die rosa Brille eingesetzt werden und das Gefühl unterdrücken. Und auch mit dem wegdiskutieren ist niemandem geholfen.

Fragen stellen ist doch ganz einfach. Das ist eine mutige Meinung. Vertrittst Du diese Position auch? Nun ja, es ist möglich, dass es von der Technik her einfach ist eine grammatikalisch korrekte Frage zu stellen. Allerdings ist es bestimmt auch Dir schon so gegangen, dass Du Dich nach der Frage über die Antwort gewundert hast. Wenn Du überhaupt eine bekommen hast.

Beide Vorgehensweisen vergrößern das Problem und damit auch das negative Gefühl. Du darfst und sollst bei Problemen auch negative Gefühle und Gedanken haben. Diese sind wichtig, deshalb hast Du sie ja. Sie sind in Deinem Gehirn entstanden.

Negative Gedanken und Gefühle durch Kalendersprüche für nichtig zu erklären ist schlichtweg BLÖDSINN. Nimm auch das negative Gefühl an und gestehe es Dir zu. Es ist nämlich sehr hilfreich solche Gefühle zu haben. Angst beispielsweise ist für unsere Vorfahren überlebenswichtig gewesen.

Negative Gefühle gehören zum positiven Denken

Positiv zu denken bedeutet die negativen Gedanken und Gefühle anzunehmen. Es bedeutet genau über diese Gefühle nachzudenken. Dadurch habe ich automatisch eine Gelegenheit daran zu arbeiten. In der Folge kann ich dass Gefühl beeinflussen und möglicherweise auch abschwächen.

Wenn es gelungen ist Einfluss auf die Gefühlslage zu nehmen, dann ist der Weg frei für Vernunftsargumente. Sobald Du anerkannt hast, dass Du ein Problem hast und Dich damit schlecht fühlst, kannst Du nach Argumenten für eine Lösung suchen. Und anschließend kannst Du an der Lösung arbeiten.

DAS ist positives Denken.

01

Gefühl

Das negative Gefühl wird anerkannt. Es wird wahrgenommen und als wichtig und gut angenommen

02

Vernunft

Wenn das negative Gefühl gehört und verstanden ist, kann daran gearbeitet werden. Jetzt darf die Vernunft Einfluss nehmen.

03

Lösung

Die Vernunft kann jetzt auch gehört werden. Dadurch ist die Tür geöffnet, um an einer Lösung zu arbeiten.

Den Spruch „Alles wird gut!“ überlegen wir uns also in Zukunft gut. Und auch ähnliche tolle Sprüche aus dem Kalender genießen wir mit Vorsicht. Diese hohlen Phrasen machen es nur noch schlimmer.

Wenn Du Angst vor etwas hast oder ein Problem in Dein Leben tritt, beschäftige Dich damit. Und das heißt zunächst anzuerkennen, dass es alles andere als lustig ist ein Problem zu haben.

Und tu‘ mir noch einen persönlichen Gefallen… Es hilft ÜBERHAUPT NIX ein Problem als Herausforderung zu bezeichnen. Das kannst Du Dir ersparen. Das negative Gefühl bleibt nämlich.

Nehme Dich also zunächst Deinem Gefühl an und lass dann die Vernunft sprechen, aber halt auch erst DANN. Und dann arbeitest Du daran, dass Du dieses Problem löst. Bleibe aktiv.

Viel Spaß beim positiven Denken! 🙂

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