Der Umgang mit Zielen in der Selbsthypnose

Der Umgang mit Zielen ist an sich schon mit Vorsicht zu genießen. Während Deiner Selbsthypnose können Ziele sogar eine bremsende Wirkung entfalten. Sie werden oft falsch verstanden und legen dann möglicherweise sogar die Motivation lahm. Ziele zu setzen ist nicht immer gut. [Lesezeit: 2 1/2 Minuten]

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  • Beitragsserie Teil 1 von 2 : Umgang mit Zielen in der Selbsthypnose
    In diesem Teil geht es um die Definition und den Aufbau von Zielen im Allgemeinen.
    Der nächste Teil beschäftigt sich dann damit, wo der Unterschied zur Selbsthypnose liegt und was dabei zu beachten ist.

Der Umgang mit Zielen

„Du musst Dir Ziele setzen!“

Wer kennt diesen Spruch nicht? In jedem Ratgeber-Buch steht er mindestens 1000 Mal. Es stellt sich die Frage ob es denn auch stimmt.

Wenn ich das Wörtchen „muss“ höre, werde ich sehr aufmerksam. Muss ich wirklich? Vermutlich nicht. Genaugenommen müssen Lebewesen nur eine einzige Sache. Sie müssen irgendwann sterben. Alles andere können sie tun, wenn sie Lust dazu haben. Selbst das Atmen können wir unterlassen.

Die überraschende Einfachheit der Selbstmotivation

Haben Sie auch manchmal das Gefühl zu wenig Selbstmotivation zu haben? Wenn ja, haben Sie massenhaft Gesellschaft. Der Markt der Motivations-Seminare boomt…

Die überraschende Einfachheit der Selbstmotivation

Darüberhinaus stört an diesem Wort noch etwas. „Muss“ impliziert, dass etwas immer notwendig ist. Und „immer“ ist dann auch direkt noch so ein schwieriges Wort.

Bei absolut gesetzten Begriffen sollten wir hellhörig werden. Denn bei der Kommunikation mit Deinem Unterbewusstsein ist es gut die Worte richtig und mit Bedacht zu wählen. Ansonsten kann sich die Wirkung Deiner Suggestionen auch gerne mal ins Gegenteil verkehren. Und das kann durchaus beim Benutzen von Zielen passieren.

Machen wir uns doch an dieser Stelle einmal einige Gedanken dazu ob es tatsächlich immer gut ist Ziele zu haben. Und die Betonung liegt hier auf IMMER!


Smarte Ziele definieren

In jedem Ratgeber-Büchlein liest man im Zusammenhang mit Zielen wenigstens 287 Mal von der SMART-Formel. Es wäre unbedingt notwendig Ziele nicht nur zu haben, sondern man MUSS sie auch mit dieser mystischen Formel formulieren (…ein kleines Wortspiel 😉 ).

Worum geht es bei SMART im Umgang mit Zielen? Es ist ein Akronym. Das heißt die Anfangsbuchstaben verschiedener Wörter werden zu einem neuen Wort zusammengefasst. Womit wir beim Prinzip jeder Eselsbrücke wären. Und die Worte, um die es geht sind…

Die SMART-Formel

S – pezifisch
M – essbar
A – ttraktiv
R – ealistisch
T – erminiert

Dabei ist mit spezifisch gemeint, dass explizit keine Handlungen als Ziel definiert werden. Es soll strikt darauf geachtet werden einen Soll-Zustand zu nennen. Bei messbar geht es darum die Zielerreichung über mindestens einen Parameter nachweisbar zu machen. Mit attraktiv wird die Motivation beschrieben. Dieser Punkt soll den Grund liefern, wegen dem das Ziel erreicht werden soll.

Haben Sie schon einmal Selbstgespräche geführt? Wenn ja, haben sie vermutlich anschließend mit negativen Bemerkungen Ihrer Umwelt zutun gehabt. Oft wird einem Menschen, der Selbstgespräche führt ja nachgesagt, er habe nicht mehr alle Tassen im Regal. Aber stimmt das auch?

Bei realistisch geht es darum, dass wir das Ziel nach der Erreichbarkeit einschätzen. Es soll ermittelt werden ob es mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen erreicht werden kann. Der letzte Punkt terminiert soll festlegen bis wann das Ziel erreicht werden soll. An dieser Stelle soll ein exakter Termin genannt werden.

Wem das an Festlegung noch nicht genügt, der darf sich dann auch gerne noch mit verschieden Zieltypen beschäftigen.

Verschiedene Typen von Zielen

Die Definition von Zielen kann auch noch durch verschiedene Typen ergänzt werden. Wem also ein SMARTer Umgang mit Ziele noch nicht reicht, der nimmt noch zwei Arten dazu.

Es ist offenbar einigen Zielfetischisten aufgefallen, dass es bei der Motivation etwas in seinem Leben zu ändern, häufig um etwas anderes als FEST definierte Ziele geht.

Denn bei der Motivation wird meistens nur der Grund gesehen etwas zu tun. Nur geht es eben in aller Regel um eine Handlung. Es muss auch etwas getan werden. Und da bleibt die feste, die starre Definition nach SMART auf der Strecke.

Ergebnisziele

Ergebnisziele definieren das, was der Zielplaner in der Zukunft erreichen will. Ziele, die nach der vorgenannten SMART-Methode geplant wurden, sind Ergebnisziele. Hierbei geht es lediglich um das WAS. Es wird festgelegt, was erreicht werden soll.

Handlungsziele

Mit Handlungszielen wird dann festgelegt, was genau unternommen werden muss, um das gesetzte Ergebnisziel zu erreichen. Es beschreibt die Vorgehensweise, um zum Ziel zu gelangen. Es geht um die konkreten Handlungen, die notwendig sind.

Und wem der Umgang mit Zielen noch immer nicht kompliziert genug ist, der kann noch eins drauf setzen und darüberhinaus noch eine weitere Zielkategorie befriedigen.

Haltungsziele

Haltungsziele sind nach SMART überhaupt keine Ziele (spätestens jetzt wird es schwierig). Sie geben unser Wertesystem, unsere Ethik, Moral und Motive wieder. Diese Haltungsziele sind NICHT konkret formuliert. Sie sind per Definition sogar unerfüllbar.

Diese Zielkategorie soll dann in diesem ganzen Zielwirrwarr dafür sorgen, dass die Motivation und die Energie zum Handeln hochgehalten werden. Bei Haltungszielen ist nämlich sogar ausdrücklich erforderlich, dass sie nie erreicht werden. Und genau deshalb sollen sie dann motivierend wirken.

Selbsthypnose im Alltag

Selbsthypnose im Alltag findet häufig statt. Du hast im Alltag immer wieder Situationen in denen Du eine leichte Trance erreichst. Schau Dir unser Video an und Du erfährst

Selbsthypnose im Alltag

Der Nutzen beim Planen von Zielen

Wenn ein Ziel notwendig ist, dann ist auch eine genau Planung hilfreich. Wir möchten in dieser kleinen Serie den Nutzen von Zielen in der Selbsthypnose betrachten. Und deshalb werden wir im nächsten Teil eine heilige Kuh schlachten 😉

In diesem Teil haben wir uns die Planung von Zielen mit verschiedenen Hilfsmitteln angesehen. Beziehen wir uns also darauf und gehen davon aus, man möchte mit einem Ziel arbeiten.

In diesem Fall kann eine genaue Planung gut sein, um Ziele zu identifizieren. Und es ist beispielsweise mit der SMART-Formel möglich solche Ziele zu entdecken, die gar keine sind.

„Ich muss abnehmen!“

Dieser Satz ist nach SMART nun alles andere als ein Ziel. Und solche Formulierungen lassen sich mit Hilfsmitteln leichter erkennen.

Und auch für Menschen, die andere unterstützen möchten, bieten die SMART-formulierten Ziele einen Nutzen. Ein Sporttrainer kann mit Vorgaben sehr gut den Fortschritt der Athleten beim Vorstand dokumentieren. Und auch dabei helfen klare Darstellungen.

Trotzdem sollten wir uns hier auch einige Nachteile anschauen.

Die Gefahr beim diesem Umgang mit Zielen

Nach diesen ganzen Definitionen und Festlegungen fällt schon mal auf, dass es viel Energie kostet so vorzugehen. Alleine der Umgang mit den ganzen Zielfindungsnmethoden ist extrem zeit- und kraftraubend.

Und an dieser Stelle reden wir noch nicht mal von dem Ziel selbst. Es geht ja zunächst darum sich mit den Methoden und Vorgehensweisen vertraut zu machen, um das Ziel zu definieren. Erst im Anschluss geht es dann um das Ziel selbst.

Durch diese Methoden, Leitfäden und Ziel-Pläne wird ein riesiger Nebenkriegsschauplatz aufgemacht. Energie und Kraft, die Du für den Weg gebrauchen könntest wird in andere Dinge gesteckt. Diese Energie lässt sich allerdings viel sinnvoller einsetzen.

  • Im nächsten Teil betrachten wir dann den Umgang mit Zielen in der Selbsthypnose… und möglicherweise gibt es eine Überraschung!