Trockenes Auge: Dein Weg aus der Hilflosigkeit

Ein trockenes Auge bedeutet für die Betroffenen oft eine starke Einschränkung im Alltag. Dabei macht den Patienten besonders die empfundene Hilflosigkeit zu schaffen. In unserer Beitragsserie zu trockenen Augen beschäftigen wir uns genau damit. Es geht um die Hilfe zur Selbsthilfe. Du bist dem Sicca-Syndrom (medizinischer Ausdruck für trockene Augen) nicht machtlos ausgeliefert. Es gibt Möglichkeiten zur Selbsthilfe. [Lesezeit: 2 1/2 Minuten]

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Trockenes Auge und der Stress

Im Stress steigt der Blutdruck und der Kreislauf wird stark angeregt. Das ist eine Folge davon, dass unser Gehirn versucht unser Überleben zu sichern.

In einer Gefahrensituation müssen wir sehr leistungsfähig sein. Und eine Voraussetzung dafür ist, dass genug Blut mit ordentlichem Druck durch den Körper gepumpt wird.

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Dadurch wird allerdings zwangsläufig die Durchblutung der Extremitäten beeinträchtigt. Das Herz muss viel stärker arbeiten als im Normalzustand. Denn der Blutdruck steigt, weil die Muskelanspannung zunimmt.

Diese Anspannung sorgt dafür, dass die Adern und Venen im Körper zusammengedrückt werden. Das wiederum hat zur Folge, dass feine Äderchen nicht mehr so gut durchblutet werden.

Bedingt durch diesen Ablauf, werden im Stress beispielsweise unsere Extremitäten schlechter durchblutet. Und das wirkt sich auch auf die feinen Äderchen im Auge aus. Dadurch leiden dann die Drüsen im Auge. Die Befeuchtung der Augen läuft nicht mehr rund. Zudem Blinzeln wir im Stress deutlich weniger. Wir müssen nämlich die ganze Zeit die Umwelt im Auge haben. Die Folge sind trockene Augen.

Es lohnt sich also durchaus einige Gedanken auf den Umgang mit Stress zu verwenden, wenn Du unter trockenen Augen leidest. Und genau an dem Punkt kommt die Selbsthypnose ins Spiel.

Selbsthypnose und trockene Augen

Der Stress spielt noch an einer weiteren Stelle eine Rolle. Oft ist es bei den Betroffenen so, dass durch die trockenen Augen selbst noch einmal Stress entsteht. Und jetzt stecken sie in einem Teufelskreis.

Sie haben Stress und bekommen dadurch trockene Augen. Und in der Folge haben sie wegen den trockenen Augen Stress und deshalb werden die Augen noch trockener. Das wird zum Selbstläufer.

Machen wir uns doch mal daran diesen Kreislauf zu durchbrechen. Und eine gute Möglichkeit darauf Einfluss zu nehmen ist die Sprache. Denn die Sprache im Alltag birgt oft versteckte Suggestionen in sich.

Stress wirkt sich auf die Augen aus

Welche Auswirkungen hat Stress auf unsere Augen? Dieser spannenden Frage sind pakistanische Wissenschaftler nachgegangen. Sie haben 2015 eine Studie veröffentlicht, in der sie nachgewiesen haben, dass Depressionen und Stress maßgebliche Auswirkungen auf unsere Augen haben.

Für ihre Studie haben sie 121 Probanden mit trockenen Augen beobachtet. Als Kontrollgruppe dienten weitere 242 Probanden, die nicht unter trockenen Augen litten. Alle Probanden wurden allerdings auf Depressionen und klinischen Stress untersucht.

Bei der Analyse der Ergebnisse zeigte sich sehr deutlich, dass die Probanden mit viel Stress oder gar Depressionen auch sehr häufig unter trockenen Augen leiden.

Arbeite an Deinem Umgang mit Stress!

Quelle: JYilmaz U, Gokler ME, Unsal A. Dry eye disease and depression-anxiety-stress: A hospital-based case control study in Turkey. Pak J Med Sci. 2015;31(3):626-31.

Du kannst mit Suggestionen sehr gut Einfluss auf Dich nehmen. Es wäre dabei natürlich toll, wenn diese Suggestionen einen positiven Effekt haben. Und das ist eine wunderbare alltägliche Selbsthypnose.

Leider ist das oft anders. Wir machen uns selten Gedanken über die Wirkung unserer Sprache für uns selbst. Okay, viele Menschen machen sich nicht einmal Gedanken über die Wirkung ihrer Sprache auf andere Menschen. Wir machen das jetzt anders 🙂

Deine Sprache und trockene Augen

Zunächst schauen wir uns mal einige typische Äußerungen von Patienten mit trockenen Augen. Durch die Sprache beeinflussen wir uns im Alltag unterbewusst selbst. Wohlgemerkt, es geht hierbei um die eigene Sprache.

Nutze Deine Alltags-Trance für Deine Selbsthypnose

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Im Alltag entstehen oft Sprachmuster, die wie Suggestionen während einer Hypnose wirken. Und wir schauen uns einige Beispiele dazu an. Daran lässt sich dann sehr gut erkennen, welche negativen Auswirkungen durch die Sprache entstehen können.

Anschließend fällt es uns dann leichter diese schädlichen Formulierungen zu erkennen. Das Ersetzen dieser Sprache durch positive Äußerungen ist dann ein Kinderspiel.

Du kannst dann spielerisch leicht Einfluss auf Dein Stressverhalten nehmen. Und das schöne daran ist, Du kannst dafür ein Werkzeug nutzen, dass Du immer bei Dir hast… Deine Sprache!

Die nachfolgende Beispiele sind alle aus der Praxis. Das heißt, es sind Äußerungen von Menschen, die unter trockenen Augen leiden. Allerdings könnten diese Formulierungen auch in jedem anderen Zusammenhang gefallen sein.

Unterbewusst beeinflussen

Ich habe schon alles probiert!

Das schädliche an diesem Satz ist, dass er zu einem Spezialisten für trockene Augen gesagt wurde. Der Sprecher bringt damit unterbewusst zum Ausdruck, dass nichts hilft. Das Wörtchen „alles“ wird in diesem Kontext zum Problem.

Wenn ich nämlich schon ALLES ausprobiert habe, dann hilft NICHTS mehr. Die Folge davon ist, dass sich das Gehirn darauf einstellt. Es wird unterbewusst keine Gedanken mehr an Heilung verschwenden.

Ich bin bestimmt ein schwieriger Fall

Dieser Satz drückt vor allen Dingen eins aus, der Sprecher wertet sein Leiden auf. Problematisch daran ist, dass bei so einer Äußerung… jetzt müssen wir alle kurz sehr stark sein… unbewusst ein Aufwerten stattfindet und sich daraus dann unterbewusst Stolz entwickelt. Und dadurch wird es schwierig.

Denn unser Unterbewusstsein ist immer versucht unsere Vorstellung mit der Realität in Einklang zu bringen. Und in unserem Fall bedeutet es, dass Leiden wird immer größer.

Hast Du Stress? Ja!? Prima! Zunächst ist an Stress nämlich nichts negatives zu entdecken. Vielmehr ist es der Umgang mit Stress, der viele Menschen krank macht. Die Stressreaktion an sich ist positiv. Der Umgang damit sollte sich ändern.

Wenn ich ein schwieriger Fall bin, muss ich das auch beweisen. Das Gehirn wird sich vor allen Dingen mit dem Leiden beschäftigen und eben nicht mit der Gesundheit.

Ich weiß nicht, wie ich Ihnen das erklären soll

Auch hier beeinflusst sich der Sprecher sehr negativ. Es wird ausgedrückt, dass das Leiden so schwerwiegend ist, dass man es nicht einmal erklären kann. Das Gehirn wird sich nicht damit beschäftigen. Es wird sogar vermieden nach Worten zu suchen.

Diese Sprache löst Stress aus

Das ist hinderlich. Denn die Beschäftigung mit einem Thema ist wichtig, damit unser Denkorgan einen Plan für den Umgang entwickeln kann. Und nur dann kann es auch an einer Lösung arbeiten.

Das schlimme an solchen Formulierungen ist, dass sie eine erhebliche Auswirkung auf das Unterbewusstsein haben. Und das ist auch die negative Selbsthypnose dabei. Dadurch wird Stress ausgelöst. Und dieser schadet wiederum den Augen.

Unsere Klienten, die wegen ihren trockenen Augen eine Beratung wünschen, erfahren schon durch diese Erkenntnis eine große Erleichterung. Sie achten darauf, wie sie ihr Leiden den Mitmenschen schildern und wie sie darüber reden und denken.

Es geht darum den Stress zu vermeiden, der entsteht, weil wir unterbewusst etwas erhöhen und steigern… was wir eigentlich gar nicht möchten. Die Medizin spricht in diesem Zusammenhang von sekundärem Krankheitsgewinn.

Selbsthypnose im Alltag

Selbsthypnose im Alltag findet häufig statt. Du hast im Alltag immer wieder Situationen in denen Du eine leichte Trance erreichst. Schau Dir unser Video an und Du erfährst…

Selbsthypnose im Alltag

Und die gute Nachricht ist, wir können auf solche Vorgänge positiven Einfluss nehmen. Wir können solche Abläufe durch unsere Sprache, und damit durch unsere Gedanken, ändern. Der Stress wird umgangen. Und das wiederum wirkt sich positiv auf Deine trockenen Augen aus.

Steige um auf positive Selbsthypnose

Ein Grund für trockene Augen ist Stress. Wenn Du Dir anschließend wegen der trockenen Augen Stress machst, fördert das die trockenen Augen. Das ist ein Teufelskreis.

Und diesen Teufelskreis können wir durchbrechen. Wir haben in diesem Artikel einen Blick auf die Sprache und die Ausdrucksweise geworfen. Das ist als Ideengeber gedacht. Es geht darum ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was eine negative Ausdrucksweise anrichten kann.

Die obigen Aussprüche dienen dabei als Anregung. Es sind Beispiele für Sätze, die wir bei unserer Arbeit tatsächlich von Klienten hören. Und bei diesen Beratungen hat sich gezeigt, dass es den Menschen nützt, wenn sie sich über ihre Selbstheilungskräfte klar werden. Wenn sie dann noch vermeiden diesen Kräften im Weg zu stehen, erleben sie oft eine positive Überraschung.

Solche Formulierungen vermeiden
  • „Damit muss ich leben!“
  • „Ist so!“
  • „Da kann man nichts machen!“
  • „Ich habe mich damit abgefunden!“
  • „Ich habe schon alles probiert!“
  • „Mir kann keiner helfen!“
  • „Selbst der Professor / Chefarzt / Experte / Käptn Kirk / Godzilla weiß nichts mehr!“
  • „Ich bin ein Sonderfall!“
  • „Bei mir ist es besonders ausgeprägt!“
  • „Was soll ich denn noch alles machen!?“

Ein positiver Umgang mit den trockenen Augen bedeutet nämlich nicht, dass Du das toll finden sollst. Es bedeutet viel eher, dass Du Dir darüber klar wirst, dass ein bewusster Umgang damit, Linderung bringen kann.

Ich gehe bewusst mit meinen Augen um

Möglicherweise sagst Du jetzt: „Ich gehe ja wohl bewusst mit meinen trockenen Augen um. Ich denke die ganze Zeit daran. Und stolz bin ich da garantiert nicht drauf. Das habe ich mir ja nicht ausgesucht.

Durchaus nachvollziehbar. Allerdings geht es hierbei um unterbewusste Abläufe. Und das hat gar nichts damit zu tun, dass irgendjemand doof ist, weil er negativ mit sich redet. Wir wollen hier aufzeigen, dass diese Art zu reden negative Auswirkungen hat. Und dass dabei dieselben Mechanismen genutzt werden, die auch in der Hypnose zum Einsatz kommen. Nur eben leider in eine ungünstige Richtung.

Wie redest Du stattdessen für Deine Gesundheit?

Diese Prozesse laufen ab, ohne dass der „Anwender“ sich darüber im Klaren ist. Die schädliche Wirkung kann sich unentdeckt entfalten. Der Sprecher setzt unterbewusste Prozesse in Gang setzt, die ihm schaden.


Und der Schaden entsteht in unserem Fall dadurch, dass durch diese Formulierungen und Beschreibungen unterbewusst Stress ausgelöst wird. In der Folge wirkt sich dieser Stress wieder negativ auf die trockenen Augen aus. Dadurch entsteht neuer Stress. Diesen Teufelskreis durchbrist Du, indem Du auf Deine Sprache achtest. Du gewinnst Macht zurück.

Sehr wichtig dabei ist, Dir selbst bewusst zu machen, dass Stress enorme Auswirkungen auf Deine trockenen Augen hat. Wenn Dir jetzt noch klar wird, dass solche Formulierungen, wie oben, Stress auslösen, dann machst Du einen großen Schritt in die richtige Richtung.

Achte auf Deine Sprache und beeinflusse Deine trockenen Augen

  • Mach Dir die Bedeutung des sekundären Krankheitsgewinns bewusst. Und werde Dir darüber klar, dass es ein völlig natürlicher Vorgang ist. Es geht um das Erkennen solcher unterbewusster Vorgänge. Dadurch kannst Du dann auch Einfluss darauf nehmen. Und denke dabei immer daran, dass niemand verrückt ist weil er einen Nutzen aus einer Krankheit zieht. Das ist ein alltägliches Verhalten von uns Menschen.
  • Achte auf Formulierungen, die Dein Problem auch nur im Entferntesten aufwerten. Alles was den trockenen Augen Bedeutung zukommen lässt, rückt das Leiden ins Zentrum. Allerdings sollte Deine Gesundheit im Zentrum stehen. Und deshalb eliminierst Du alles, was der Krankheit Beachtung schenkt. Sprich mehr und mehr über Deine Gesundheit.
  • Vermeide Feststellungen der Krankheit. „Ich habe trockene Augen.“ Dieser Satz ist eine solche Feststellung. Damit erkennst Du die trockenen Augen unbewusst an. Es ist gut möglich, dass Dein Unterbewusstsein sie daraufhin für normal hält. Das ist schädlich und hinderlich bei der Gesundung. Achte auf solche vermeintlichen Tatsachen und streiche sie aus Deiner Sprache.
  • Höre auf damit, aus Deiner Krankheitssituation etwas besonderes zu machen. Wenn Du ein Sonderfall bist, wertet das Dein Leiden auf. Es wird im wahrsten Sinne des Wortes wertvoll. Du möchtest das Gegenteil. Du möchtest Deine Gesundheit aufwerten. Gesunde Augen sind wertvoll. Sprich also lieber wertschätzend über gesunde Augen. Sprich darüber,wie gut sich gesunde Augen anfühlen.
  • Verallgemeinerungen stehen einer Veränderung im Weg. Verzichte auf Sprüche wie: „Ich habe schon alles probiert.“ Alles, wirklich ALLES? Nein, mit Sicherheit NICHT alles. Und bei der Suche nach weiteren Möglichkeiten, kann Dich Dein Augenatzt und Dein Optiker beraten. Und wenn das bis jetzt noch nicht geklappt hat, dann frage nochmal nach. Sage also lieber: „Ich kümmere mich weiterhin um meine Augen und helfe ihnen zu heilen.“

Arbeite mit Deinen Augen zusammen

Du kannst durch einen bewussten und sorgsamen Umgang mit Deiner Sprache viel für Dein Wohlbefinden tun. Achte auf Deine Worte und Deine Gefühle beim Reden. Mit Deiner Sprache lenkst Du Deine Aufmerksamkeit in die gewünschte Richtung. Dein Unterbewusstsein unterstützt Dich dabei.

Gewinne Kontrolle zurück!